Fertigungssysteme, PDM-Lösung

Aus zwei mach drei

Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen hart arbeiten: Fachwissen muss ständig erweitert, gesichert und neuen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Kundenansprüche müssen erfüllt werden und die eigene Fertigung muss anspruchsvoll und zuverlässig arbeiten. Sich dessen bewusst hat der Reutlinger Werkzeugmaschinenhersteller Burkhard + Weber den Schritt vom 2D-CAD zu Product Lifecycle Management mit 3D-CAD gemacht.

Das Werkzeugregalmagazin von Burkhardt + Weber wurde vollständig in 3D konstruiert und erreicht neue Leistungsklassen.

... und was sonst bei der Zeitumstellung den Zweck hat, die Tageshelligkeit besser auszunutzen, dient dem Reutlinger Werkzeugmaschinenhersteller Burkhardt + Weber dazu, weiterhin mit Innovationen den Markt zu erhellen. Bereits 1958 entwickelte er die erste NC-gesteuerte Werkzeugmaschine – mit einer aus Radio-Röhren aufgebauten NC-Steuerung aus den USA. Inzwischen hat sich das heute zur italienischen Riello-Gruppe gehörende Unternehmen auf große Bearbeitungszentren und Sondermaschinen fokussiert, die kundenspezifische Aufgaben mit hoher Genauigkeit lösen.

Angesichts dieser Herausforderungen stellte das Unternehmen mit 220 Mitarbeitern der bisherigen, zeichnungsorientierten Arbeitsweise auf Basis von Applicon Bravo 3 ein Konzept des Product Lifecycle Managements mit 3D-CAD gegenüber. Durchgängige Prozesse sollten von der Modellierung bis in das ERP-System SAP R/3 führen. Die Verwaltung von Standard- und Zukaufteilen, die etwa 80 Prozent einer Werkzeugmaschine ausmachen, sollte mit einer intelligenten Klassifizierung für rationellen Einsatz sorgen. Die spanende Fertigung sollte 3D-Modelle als direkte Programmiergrundlage erhalten und die entstandenen Programme per DNC den Steuerungen zur Verfügung stellen. „Ein solches Projekt lässt sich nicht mit fünf verschiedenen Software-Anbietern realisieren“, sagt Peter Schuller, der als CAD-Administrator für die Systemauswahl und Einführung verantwortlich war.

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Deshalb entschied man sich für eine Komplettlösung von Siemens PLM Software, die eine besonders breite Lösungsplattform aus einer Hand anbieten konnte. Zunächst begann ein fünfköpfiges Team mit der Einführung von 22 Arbeitsplätzen NX CAD, zwei Programmierplätzen mit NX CAM und dem PDM-System Teamcenter Engineering als zentraler Datenquelle für die Produktentwicklung und Fertigung. Das PDM-System wurde – in dem von Siemens speziell für den Mittelstand konzipierten Paket PLMeasy – mit vorkonfigurierten Vorlagen, Rollen und Prozessen – beschafft, die weitgehend auf die Arbeitsweise im Maschinenbau zugeschnitten sind. Um das mittelständische Unternehmen mit dem Einführungsprojekt in den jeweiligen Teilbereichen nicht „arbeitsunfähig“ zu machen, wurde es in vier Schritte aufgeteilt, die innerhalb von zwei Jahren realisiert werden sollten. „Die Vorgehensweise, alle sechs Monate ein weiteres Team von der Entwicklung bis in die Fertigung mit Schulung und Einführung umzustellen, hat sich bei uns bewährt“, sagt Peter Schuller.

Innovation bereits aus dem Pilotprojekt

Die erste 3D-Entwicklung zeigte deutlich, welche Vorteile eine systematische Anwendung der neuen Technologie bringen kann. Ein automatisches Werkzeugregalmagazin mit 570 Plätzen wurde konstruiert, das Flexibilität im maximalen Größenbereich bietet: Werkzeuge dürfen bis zu 75 Kilogramm wiegen und bis zu 1 000 Millimeter Länge aufweisen, wie etwa Bohrstangen für Zylinderköpfe. Dann werden die extremen Verfahrgeschwindigkeiten von bis zu 200 m/min flexibel reduziert, um vollkommene Prozesssicherheit zu gewährleisten. Eine Be- und Endladung über Drehstation und automatische Prozessüberwachung kennzeichnen die Technologie.

In der Konstruktion bewährte sich die 3D-Technolgie in der Kombination eigengefertigter Einzelteile und Baugruppen mit Normteilen sowie handelsüblichen Stangenprofilen und Schweißrohbaugruppen. Zeichnungen über mehrere Blätter hinweg brachten ebenso wenige Probleme wie das Änderungswesen oder die verschiedenen Stücklistensichten. Eine von Tesis geschaffene Schnittstelle von Teamcenter zu SAP/R3 sorgt dafür, dass alle Zeichnungsinformationen nach der Freigabe automatisch im TIFF-Format unternehmensweit verfügbar sind. Der 3D-Pool von BCT schreibt während des Freigabeprozesses von Normteilen ebenfalls Daten in SAP – während der Freigabe einer Baugruppe werden diese auf Vollständigkeit geprüft. „In diesen Bereichen wurde früher sehr viel wertvolle Zeit verbraucht. Durch die automatischen Prozesse in Teamcenter gewinnen wir Freiräume für echte Entwicklungsaufgaben“, so Peter Schuller. ee

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