Technische Dienstleistungen

Continental: 2 Mio Euro für neues Testzentrum in Roding

Die Einspritzsysteme von modernen Benzinmotoren arbeiten mit einem Druck von bis zu 350 bar – und die Kraftstoffpumpen, die diese Höchstleistungen vollbringen, werden bei Continental in Roding entwickelt und produziert. Denn im Continental-Konzern, einem der führenden Hersteller von Kraftstoff-Hochdruckpumpen, ist Roding das globale Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion dieser Hightech-Systeme. Jetzt hat das Technologieunternehmen die Kompetenzen des oberpfälzischen Standorts durch ein neues Testzentrum weiter ausgebaut. In dem so genannten Validation Center werden die in Roding entwickelten Benzin-Hochdruckpumpen auf ihre Dauerhaltbarkeit getestet, bisher erfolgten diese Tests überwiegend bei externen Dienstleistern.

Das Werk in Roding mit inzwischen 700 Mitarbeitern ist das weltweite Kompetenzzentrum von Continental für Kraftstoff-Hochdruckpumpen.

„Mit dem neuen Validation Center, in das Continental mehr als 2 Millionen Euro investiert hat, können wir die Validierung unserer Benzin-Hochdruckpumpen nun in Eigenregie direkt am Standort durchführen. Diese Dauertests unter genau definierten Bedingungen sind für die hohe Qualität unserer Produkte von zentraler Bedeutung“, sagt Wolfgang Breuer, Leiter des Continental-Geschäftsbereichs Engine Systems, zu dessen Produktpalette die Hochdruckpumpen gehören. „Der Standort Roding wird durch diese zwei Organisationseinheiten deutlich gestärkt.“

Dauertest für Laufleistungen von bis zu 300.000 Kilometern

Je nach Einsatzbereich müssen die Kraftstoffpumpen eine unterschiedlich hohe Lebensdauer erreichen – bei Pkws bis zu 300.000 Kilometer. Um den immer schärfer werdenden Emissionsgesetzgebungen gerecht zu werden, ist eine hohe Präzision der mechanischen Bauteile notwendig. Um sicherzugehen, dass sich diese über ein gesamtes Fahrzeugleben nur in einem zulässig geringen Masse verändert, werden mit den Hochdruckpumpen spezielle Dauerversuche auf hydraulischen Prüfständen durchgeführt.

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Das neue 270 Quadratmeter große Validation Center beherbergt vier dieser Prüfstände, auf denen die Lebensdauer von bis zu 16 Pumpen gleichzeitig innerhalb weniger Wochen nachgebildet werden kann. Die Erprobung berücksichtigt alle Bedingungen für einen weltweiten Einsatz, z.B. hinsichtlich Klima, Kraftstoffqualität, Verkehrsverhältnisse oder Nutzungsverhalten.

Die Dauerversuche im Validation Center sind ein wesentlicher Bestandteil des  Produktzuverlässigkeitsnachweises, mit dessen erfolgreichen Bestehen grünes Licht für die Serienproduktion gegeben werden kann.

Ebenfalls neu: Bündelung der Analytik-Kompetenz

Bei der feierlichen Eröffnung wurde noch eine weitere Neuerung vorgestellt: das im Januar gegründete Center of Competence Analysis (CCA), in dem der Standort seine wissenschaftlichen Labore zusammengefasst hat. Durch die Spezialisierung auf die Entwicklung und Fertigung von mechanischen und hydraulischen Komponenten hat der Standort Roding eine hohe wissenschaftliche Expertise in der Analyse von Materialien und Kraftstoffen aufgebaut. Bisher kam dieses Know-how nur der lokalen Produktentwicklung zugute. Mit der Einrichtung des Center of Competence Analysis haben dessen Labore in Roding und Regensburg ihren Tätigkeitsbereich deutlich erweitert und sind inzwischen auch in die Entwicklung von Injektoren, Turboladern, Abgasnachbehandlung und Kraftstoffsensoren einbezogen. Generell bieten die CCA-Experten ihre analytische Unterstützung für alle mechanischen, hydraulischen und elektromechanischen Komponenten im Automotive-Bereich an. Das Analytik-Zentrum gliedert sich in mehrere Kompetenzbereiche. Dazu gehört das konzernweit einzige Tribologie-Labor, das unterschiedliche Formen des Reibungsverschleißes analysiert. In der Materialanalyse werden sowohl metallische als auch nicht-metallische Stoffe unter die Lupe genommen. Die Kraftstoffexperten definieren zum Beispiel die Spezifikationen für alternative Kraftstoffe wie Ethanol-Benzin-Mischungen. Und der Kompetenzbereich NVH (Noise, Vibration, Harshness) widmet sich unter anderem der Psychoakustik, in der es um die subjektiv sehr unterschiedliche Wahrnehmung von Geräuschen geht und die mit der E-Mobilität, bei der das klassische Motorgeräusch wegfällt, noch an Bedeutung gewinnen wird. cs

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