Titanteile additiv herstellen

Airbus setzt beim 3D-Metalldruck auf Anlagen von Concept Laser

Im Januar dieses Jahres startete Premium Aerotec am Standort Varel (Friesland) die Serienproduktion von 3D gedruckten Metallbauteilen für die Airbus Gruppe. Dazu errichtete die Airbus-Tochter eine neue Produktionshalle für die additive Herstellung von Titanteilen. Gleichzeitig schloss das Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit Concept Laser als Premium-Lieferant für die Maschinen- und Anlagentechnik.

Feierliche Eröffnung der neuen Produktionshalle für metallische Bauteile. Im Hintergrund zu sehen, die X line 1000R von Concept Laser. (Bildquelle: Premium Aerotec GmbH)

Die industrielle Serienfertigung nimmt Fahrt auf. Premium Aerotec folgt mit dem Investment dem Vorhaben von Airbus. Laut Peter Sander (Airbus, Leiter Emerging Technologies & Concepts) plant Airbus im Jahr 2018 eine Tonne Metallpulver im Monat zu drucken. AM-Produktion und AM-Prozesse sollen dementsprechend bis 2018 konsequent vorangetrieben und ausgebaut werden.

Mit neuer Produktionshalle und Concept Laser zur Serienfertigung

Unterzeichnung der Kooperation zwischen Concept Laser und Premium Aerotec in Lichtenfels: u.a. Frank Herzog, geschäftsführender Gesellschafter von Concept Laser, und Gerd Weber, Standortleiter von Premium Aerotec in Varel (v. l. n. r. in der ersten Reihe).

Die neue Produktionshalle für den 3D-Metalldruck von Premium Aerotec wurde am 20. Januar 2016 in Betrieb genommen. Im Rahmen einer Eröffnungsfeier waren 250 Mitarbeiter und Gäste anwesend, darunter z.B. auch Brigitte Zypries, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der deutschen Bundesregierung. Damit begann die industrielle Serienfertigung für einen doppelwandigen Rohrkrümmer im Treibstoffsystem des Transportflugzeuges A400M. Bislang entstanden diese komplexen Bauteile aus einzelnen Gussbauteilen, die mittels Schweißverfahren zu einer Baugruppe zusammengefügt wurden. In der Halle produzieren zwei M2 cusing Multilaser und eine X line1000R von Concept Laser 3D-Bauteile im LaserCUSING-Verfahren. „Bis Mitte 2016 kommt noch eine X line 2000R hinzu, welche mit 800 x 400 x 500 mm3 über den momentan weltweit größten Bauraum im Bereich des pulverbett-basierten Laserschmelzens verfügt und mit 2 x 1.000 W Lasern ausgestattet ist“, so Gerd Weber, Standortleiter in Varel. Auch Frank Herzog, geschäftsführender Gesellschafter der Concept Laser GmbH, freut sich über das Vertrauen in sein Unternehmen: „Die Tatsache Premium-Zulieferer von Premium Aerotec zu sein erfüllt uns mit Stolz und zeigt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.“

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Kooperationsvereinbarung stellt Weichen für die Zukunft

Nächste Ausbaustufe in Varel: Eine X line 2000R von Concept Laser mit Multilasertechnik und dem weltweit größten Bauraum (800 x 400 x 500 mm3) zur Verarbeitung von reaktiven Materialien wie Titan oder Titanlegierungen.

Für die Luftfahrtindustrie sind die additiven Fertigungsverfahren zugleich Chance und Herausforderung. Denn mit einer additiven Fertigungstechnologie entstehen völlig neue Bauteile und auch neue Zulieferketten. Premium Aerotec steht dabei im Mittelpunkt eines umfassenden Netzwerkes von unterschiedlichsten Unternehmen. Um gemeinsam eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten, wurde die Zusammenarbeit mit bestimmten Partnern intensiviert. So unterzeichnete eine Delegation von Premium Aerotec am 20. Januar 2016 einen Kooperationsvertrag mit Concept Laser als dem Premium-Lieferanten für die Maschinen- und Anlagentechnik. Kernpunkte der Zusammenarbeit sind zudem die weitere Industrialisierung des Laserschmelzprozesses für Luftfahrtanwendungen, die Weiterentwicklung der Anlagen- und Verfahrenstechnik und der QS-Systeme, sowie die Qualifizierung neuer Pulverlegierungen. Dazu Frank Herzog: „Die Kooperation markiert einen wichtigen Meilenstein für die Industrialisierung des 3D-Metalldrucks im Flugzeugbau und gilt sicher auch als Signal für andere Industrien. Das Netzwerk wird gemeinsam die Wertschöpfungskette verbessern. Wir arbeiten heute schon an den Lösungen von morgen, um das Laserschmelzen mit Metallen für die wirtschaftliche Serienfertigung noch attraktiver zu machen. Die Umsetzung des Industrie 4.0-Leitgedankens in Form von Digitalisierung, Automatisierung und der Vernetzung einer beliebiger Anzahl von Maschinen sind elementarer Bestandteil unserer Ende letzten Jahres vorgestellten AM Factory of Tomorrow.“ kf

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