Additive Fertigung

Andreas Mühlbauer,

3D-Druckservice für Verschleißteile

Was tun, wenn auf dem Weg zur Fachmesse plötzlich ein wichtiges Ersatzteil für ein Exponat fehlt? Das Unternehmen Blackcam, Hersteller von Kamerabewegungssystemen, nutzt den 3D-Druckservice von Igus.

Innerhalb weniger Stunden fertigt Igus Ersatzteile im 3D-Druck. © (Bild: Igus)

Der Spezialist fertigt innerhalb weniger Stunden individuelle Kundenbauteile, die auf Reibung und Verschleiß beansprucht werden, mit industriellen 3D-Druckern. So auch das fehlende schmiermittelfreie Sonder-Gleitlager.

Ein Blick hinter die Kulissen von Hollywoodfilmen zeigt fast immer eine Bodenschiene, auf der große Kamerawagen fahren. Doch was für Kinofilme seit Jahrzehnten funktioniert, ist bei der Liveübertragung von Konzerten und Sportevents unangebracht – der Blick der Zuschauer im Konzertsaal oder im Stadion wäre eingeschränkt. Blackcam, ein Berliner Unternehmen, entwickelt deshalb eine neue Lösung: kompakte, ferngesteuerte Wagen, welche die Kamera über schmale Schienen fahren.

Diese Führungen werden in der Entertainmentbranche immer beliebter. Entsprechend oft ist Ferenc Tiefenbach, Ingenieur bei Blackcam, mit Exponaten auf Fachmessen unterwegs. Vor kurzem am Düsseldorfer Flughafen: Der Ingenieur entdeckte ein defektes Gleitlager, ausgerechnet am Prototypen eines neuen Bewegungssystems für Fußballspiele. Ein Ersatzteil lag nicht im Gepäck. Tiefenbach schaltete den 3D-Druckservice von Igus ein. Das Unternehmen fertigt mit Hochleistungskunststoffen Kleinserien und Unikate mit industriellen 3D-Druckern innerhalb kürzester Zeit.

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Neues Lager nach wenigen Stunden abholbereit
Das CAD-Modell des Bauteils auf der Website von Igus hochladen, Druckmaterial auswählen und sofort bestellen. Der Versand erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Stunden. „In meinem dringenden Fall konnte ich das Lager wenige Stunden nach Auftragseingang abholen“, sagt Tiefenbach. Somit sei das Exponat wieder einsatzbereit für die Messe gewesen. Auch die Kosten seien überschaubar. Die Fertigung des Bauteils kostete 96 Euro.

Igus nutzt für den 3D-Druck unter anderem den Werkstoff Iglidur I180. Der Hochleistungskunststoff zeichnet sich durch hohe Abriebfestigkeit aus. Seine Überlegenheit gegenüber klassischem Filament aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) hat das Igus-Testlabor in einem Experiment unter Beweis gestellt. Dabei bewegten sich Gleitlager auf einer 0,37 m langen, harteloxierten Aluminiumwelle mit einer Geschwindigkeit von 0,34 m/s und einer Flächenpressung von 0,11 MPa. Das Ergebnis: Das 3D-gedruckte Lager aus ABS zeigte eine Verschleißrate von 13,3 µm/km. Beim Lager aus I180 lag die Rate bei lediglich 0,8 µm/km. Die Lager ermöglichen udem einen wartungsfreien Trockenlauf ohne Schmieröl.

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