Mode aus dem 3D-Drucker

Stratasys druckt exklusive Kleider für den Laufsteg

Nicht nur im Formen- und Werkzeugbau, auch in der Modewelt hält die Additive Fertigung Einzug. So präsentierte das Modelabel Threeasfour auf der New Yorker Fashion Week zwei Kleider, deren Herstellung ohne den 3D-Drucker Objet500 Connex3 von Stratasys nicht möglich gewesen wäre.

Das schwarze Kleid „Harmonograph” windet sich in drei Spiralen um den Körper, orientiert sich dabei an der Geometrie der Fibonacci-Folge und porträtiert die visuellen Effekte, die mit einem Harmonographen erzielt werden können

Beide Kleider sind Teil der mit Spannung erwarteten „Biomimicry”-Kollektion von Threeasfour. Sie wurden mit dem 3D-Drucker Objet500 Connex3 hergestellt, dem einzigen auf dem Markt verfügbaren Multimaterial-Mehrfarben-3D-Drucker. Bei den Kleidern kam dabei erstmals ein neuer Werkstoff von Stratasys zum Einsatz, ein spezielles, aus der Nanotechnologie stammendes Elastomer, das sich durch seine extreme Flexibilität und Haltbarkeit auszeichnet und einen Quantensprung im 3D-Druck für den Modebereich darstellt. Gleichzeitig ist das Material, das im Laufe des Jahres verfügbar sein wird, ideal für industrielle Anwendungen, zum Beispiel in den Segmenten Automobil, Konsumgüter, Elektroartikel oder Medizintechnik.

Mode aus dem 3D-Drucker wird farbig

Das Designertrio Threeasfour, bestehend aus Gabi Asfour, Angela Donhauser und Adi Gil, ist vor allem für seine Experimente mit komplexen Designs und wegweisenden Materialien bekannt. Diesen für sie typischen Ansatz, die natürlichen Geometrien ihrer Umgebung in ihren Arbeiten zu reflektieren, setzen sie auch bei „Pangolin“ und „Harmonograph“, so die Namen der Kleider, um. Beide Kleider aus dem 3D-Drucker erkunden die Art und Weise, in der biologische Formen und natürliche Morphologien im Modekontext via 3D-Druck wiedergegeben werden können. „Die Möglichkeit, Farbe und Steifigkeit des Materials dank des Connex3 in einem einzigen Kleidungsstück variieren zu können, hat uns dazu inspiriert, mit Flexibilität, Tiefe und Transformation als inhärenten Designzielen zu experimentieren“, sagt Adi Gil von Threeasfour. „Als Künstler und Designer ist es unser Vorrecht – aber auch unsere Veranlagung und Verpflichtung – die Grenzen neuer Technologien auszutesten und sie in Bezug auf die Kreation neuer Formen zu erweitern. Diese Kleider sind die am weitesten entwickelten, die wir jemals gemacht haben. Wir freuen uns sehr, sie zu präsentieren und die einzigartigen Möglichkeiten zu zeigen, die sich hier in der Schnittmenge von Design, Technologie und Mode bieten.“  

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3D-Druck revolutioniert Design-Möglichkeiten

Das schwarze Kleid „Harmonograph” windet sich in drei Spiralen um den Körper, orientiert sich dabei an der Geometrie der Fibonacci-Folge und porträtiert die visuellen Effekte, die mit einem Harmonographen erzielt werden können. Die Designs und ihr Zusammenspiel aus Geometrie, Biologie und Logarithmen waren dabei genau auf die neuen Möglichkeiten abgestimmt, die der Objet500 Connex3 jetzt mit seiner Multimaterial- und Multifarb-Technologie bietet, sagt Gil. Am wichtigsten war dabei die Fähigkeit, sowohl steife als auch biegsame Werkstoffe zu mischen, um so jedes gewünschte Level an Flexibilität und auch Farbe zu erreichen – und das in einem einzigen Druckvorgang. „Die Eigenschaften des Objet500 Connex3 waren nicht nur entscheidend für die Produktion des Kleides, sondern wir haben das ganze Design von Anfang an darauf abgestimmt, das Potenzial dieser Technologie bestmöglich auszunutzen. Die ineinander verwobene Geometrie des Kleides könnte auf traditionelle Art und Weise nicht produziert werden, und es war uns wichtig, dass das Design eine Sprache widerspiegelt, die typisch für den 3D-Druck ist“, so Gil.

Das zweite Kleid mit Namen Pangolin ist inspiriert durch ein typisches Threeasfour-Design, bestehend aus 14 unterschiedlichen Mustern. In der 3D-Druck-Version entsteht durch das Miteinanderverweben unterschiedlicher Gitterstrukturen eine blaugrau schimmernde Haut, die an den Panzer von Reptilien oder Insekten erinnert.

Das zweite Kleid mit Namen Pangolin ist inspiriert durch ein typisches Threeasfour-Design, bestehend aus 14 unterschiedlichen Mustern. In der 3D-Druck-Version entsteht durch das Miteinanderverweben unterschiedlicher Gitterstrukturen eine blaugrau schimmernde Haut, die an den Panzer von Reptilien oder Insekten erinnert. Die Fähigkeit des Objet500 Connex3, verschiedene Materialeigenschaften und Farben präzise zu kombinieren, gab den Designern die Möglichkeit, ihre Vorstellungen von der Porosität und Flexibilität der Membrane nuanciert umzusetzen. Dazu gehörten auch verschiedene Transparenzlevel sowie die Fähigkeit des Kleides, sich an die Bewegungen des menschlichen Körpers anzupassen.

Die Zusammenarbeit mit Threeasfour ist die jüngste in einer Reihe von Kooperationen von Stratasys mit hochkarätigen Modelabels und Designern. In der Vergangenheit gehörten dazu zum Beispiel Prof. Neri Oxman, Iris van Herpen, Francis Bitonti, Julia Koerner, Eyal Gever, Nick Ervinck oder Zaha Hadid Architects. „Wir versuchen immer, Produktionsmethoden zu revolutionieren, Vorreiter für neue Designoptionen zu sein und Gestalter dazu zu inspirieren, Mode avantgardistisch und neu zu denken“, sagt Naomi Kaempfer, Creative Director Art Fashion Design bei Stratasys. „Die Zusammenarbeit mit visionären Designern wie Threeasfour ist der ideale Weg, um Nachwuchstalenten zu zeigen, welche komplexen mathematischen und organischen Strukturen mit 3D-Druck in die Realität umgesetzt werden können. Unser Ziel ist es, die Art und Weise zu ändern, wie Menschen über Design denken, und die Grenzen des Machbaren neu zu definieren.“ kf

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