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50 Jahre SCOPE50 Jahre Zulieferer: Vom Rohteil zum System

Ein Bild mit dem Titel „Deutsches Zulieferwesen der 1960er-Jahre“ hätte nur wenige Farben. Zwar waren damals sehr viele klassische Zulieferer von Metall- oder auch schon Kunststoffteilen am Werk, die Zahl der Branchen aber war gering. Zudem gab es viel weniger Spezialisten, weil weniger technische Disziplinen existierten (keine Mikroelektronik, weniger Werkstoffe etc.). Die meisten Zulieferer waren Hersteller von Roh- oder Halbfertigteilen in kleineren Stückzahlen. Manuelle Fertigung überwog; wer durchweg halbautomatisch produzierte, gehörte zu den Innovativen.

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Als Motor für das Zulieferwesen wirkte allen anderen voran der Automobilbau in Gestalt der großen OEMs. Einige von ihnen begannen in den 1970er-Jahren damit, einzelne Prozessschritte wie das Gießen und Schmieden auszulagern. Das beeinflusste die Struktur der Zulieferindustrie. Viele Betriebe begannen zu automatisieren, eigneten sich neue Verfahren an und fertigten nun auch größere Serien. Auf der Basis dieses Kompetenzgewinns und weiterer Automation setzt dann Anfang der 1980er-Jahre ein Trend ein, der bis heute anhält: Die Herstellung einbaufertiger Teile und Baugruppen, die immer größere Abschnitte der Wertschöpfungskette abdecken.

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Parallel dazu entstehen nicht nur weitere Zulieferbranchen (bei zugleich sinkender Zahl der Betriebe), sondern es nimmt auch die geometrische Komplexität der Bauteile zu. Die mittelständischen Unternehmen sind zudem in der Lage, immer höhere Qualitätsansprüche zu befriedigen. Gegen Ende der 80er statten sich viele Betriebe mit CNC-Technik aus und treiben die Automation voran. Sie tun dies auch, um sich gegen die wachsende Konkurrenz aus dem Ausland zu wappnen. Wer in diesen Jahren hier nicht am Ball blieb, hatte schlechte Karten.

In den 90er-Jahren erlebt das deutsche Zulieferwesen einen dramatischen Wandel durch den Lopez-Effekt. Viele Betriebe fallen dem Preis-Druck zum Opfer oder können die Outsourcing-Diktate der Autobauer nicht erfüllen. Es kommt zu massiven Konzentrationsprozessen, mancher Zulieferer sucht sein Heil in Kooperationen mit Leidensgenossen. Zugleich differenziert sich das Zulieferwesen in den Folgejahren immer feiner heraus.
Heute kennt das Zulieferwesen hierzulande drei Gattungen: Viele Teilefertiger, weniger Komponenten-Lieferanten und wenige Systemhersteller. Dabei ist die Abgrenzung keineswegs statisch, da die deutschen Zulieferer viel gelernt haben. Vor allem, sich breit aufzustellen, ihre Verbesserungsprozesse nie ruhen zu lassen und sich aktiv in die Entwicklungsprozesse ihrer Kunden einzumischen. ms

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