Verbindungstechnik

Mit ihm aufgewachsen

sind wir alle. Bei uns ist der Tesafilm ein Qualitätsbegriff für transparenten Klebefilm und mit einer Markenbekanntheit von 98 Prozent (International Research) so berühmt, dass ihm sogar die Aufnahme in den renommierten Duden gelang. Doch die deutschen Grenzen hat der Weltenbummler seit langem überschritten: Von A wie Andorra bis V wie Venezuela wird er heute in fast 60 Ländern vertrieben. Seit 1941 trägt der Markenklassiker seinen Namen.

Pionierarbeit Ende des 19. Jahrhunderts

1936 wurde der Tesa-Klebefilm auf den Markt gebracht. Fünf Jahre später erfolgte die Umbenennung in Tesafilm.

Die Erfahrungen in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Selbstklebebändern und das Know-how in der komplexen Beschichtungstechnologie reichen weit länger zurück: 1890 übernahm Dr. Oscar Troplowitz das Labor des Apothekers und Unternehmensgründers Paul C. Beiersdorf. Im Portfolio war auch die missglückte Entwicklung eines Wundpflasters, das zwar hervorragend klebte, die Haut aber reizte. Troplowitz machte aus der Not eine Tugend: Unter dem Namen ¿Cito-Sportheftpflaster¿ führte er 1896 das erste technische Klebeband zum Flicken von Fahrradschläuchen ein. 1906 kam das einseitig klebende Lassoband hinzu. Dieses Gewebe-Klebeband diente Süßwaren- und Farbenherstellern zum Verschließen von Dosen. In den 1930er Jahren folgte eine doppelseitig klebende Variante, die vor allem in der Papierindustrie zum Einsatz kam. 1935 kam mit dem "Beiersdorfs-Kautschuk-Klebefilm" der Vorgänger des Tesafilm auf den Markt - ein Produkt aus Zellglas (Cellulose-Hydrat). Ein Jahr später folgte die Umbenennung in Tesa-Klebefilm.

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Gut abgerollt

Der Triumphzug des Tesafilm und sein bis heute hoher Nutzwert sind eng mit dem Industriekaufmann Hugo Kirchberg verknüpft. Der gebürtige Thüringer, der das Klebstoffgeschäft im Hause Beiersdorf ab 1934 systematisch vorantrieb, war von den ¿unbegrenzten Möglichkeiten der Selbstklebe-Technologie¿ überzeugt. Früh erkannte er, dass sich der Nutzen mit einer kombinierten Abroll-Abtrenn-Vorrichtung noch erhöht: Er erfand den Abroller, der in verändertem Design bis heute auf fast jedem Schreibtisch steht und Anwendern die Suche nach einer Schere erspart.

Von der kleinen Rolle zum großen Sortiment

Seit seiner Erfindung 1936 wurde der Tesafilm konsequent weiterentwickelt und verbessert. Die Folie des ersten transparenten Klebebandes war noch leicht spröde und reagierte empfindlich auf Feuchtigkeit. Mit Hilfe eines Haftklebers versah man sie mit einer Klebmasse aus Naturkautschuk und Harz. Aufgrund ihrer geringen Dicke waren die einzelnen Filmstreifen bereits hoch transparent und wurden als "glasklar" beworben. Die gewickelten Rollen hatten jedoch durch die Haftklebstoffschicht noch eine braune Eigenfarbe. Dies änderte sich in den 1950er Jahren durch neue Cellulose-Acetatfolien und eine synthetisch erzeugte Acrylat-Klebemasse. Dadurch zeigten sich die Klebebänder ab 1956 erstmals auch in Rollenform nahezu farblos. Zusätzlich gab es eine matte Variante, die sogar beschreibbar war. Ab 1946 kam außerdem PVC als Träger zum Einsatz. Hohe Reißfestigkeit, eine glatte Oberfläche, geringe Empfindlichkeit gegen Feuchtigkeit und eine hervorragende Alterungsbeständigkeit zeichneten das Material aus. In Verbindung mit neuen Klebmassen wuchsen die Möglichkeiten - und das Unternehmen baute das Sortiment konsequent aus.

Umweltbewusst

Das wachsende Bewusstsein für Umweltfragen löste bei den Hamburgern schon früh richtungsweisende Entwicklungen aus. Bereits seit Ende der 1980er Jahre kommen als Trägermaterialien beim Tesafilm statt der unter ökologischen Gesichtspunkten unvorteilhaften PVC- nur noch Polypropylen-Folien zum Einsatz. Diese werden ohne die Verwendung von Lösungsmitteln meist mit einer wasserbasierten Acrylat-Klebemasse beschichtet. Eine aktuelle Produktneuheit geht noch einen Schritt weiter: Der Eco & Clear ist Teil des neuen Eco Logo Sortimentes und besteht bis hin zur Verpackung überwiegend aus nachwachsenden und recycelten Materialien.

Filme für alle Fälle

Derzeit umfasst das internationale Sortiment etwa 200 Artikel. Dazu zählen Varianten für unterschiedliche Anwendungen - zum Beispiel kristall-klar, von Hand einreißbar oder doppelseitig klebend¿, Hand- und Tischabroller sowie verschiedene regionale Marken. Jüngste Innovation ist der Tesafilm matt-unsichtbar mit einer neuen, patentierten Rezeptur. Dank seiner besonderen Oberflächenstruktur lässt er sich mit fast allen Schreibgeräten beschriften ¿ sogar mit Füllern und Gel-Stiften. Beispielhaft für die regionalen Artikel steht die Marke Tixo. Sie ist die österreichische Antwort auf den Tesafilm. Der transparente Tixo Klebefilm wurde in den 1950er Jahren durch die Firma Koreska in Wien entwickelt und produziert. 1985 stellte das Unternehmen die Herstellung der Klebebänder ein, Beiersdorf übernahm die Markenrechte und ersetzte Tixo-Produkte teilweise durch die eigene Marke. Bis heute ist die Frage: "Hast Du mal ein Tixo für mich?" in Österreich weitverbreitet; zusammen mit dem Tesafilm ist Tixo in der Alpenrepublik unangefochten Marktführer.

Sehr gute Umsätze

Mit einem Rekordergebnis ist das Unternehmen in das Jahr seines 75. Markenjubiläums gestartet. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2010 um 18,1 Prozent auf 882 Millionen Euro und lag damit sogar über dem Umsatz des bisher erfolgreichsten Jahres 2008 (860 Millionen Euro). Damit ist das Unternehmen deutlich gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen und entwickelte sich darüber hinaus besser als der Markt. Alle Regionen und Segmente trugen zu dem Wachstum bei. Denn längst ist der Klebefilm nicht mehr nur auf den Schreibtischen zu Hause. Seine Weiterentwicklungen ermöglichen eine individualisierte und dauerhafte Beschriftung von Glasscheiben, zum Beispiel in der Solarindustrie, ohne den Glaskörper zu beschädigen oder sorgen dafür, Prozesse in der Windenergie effizienter zu gestalten. Hier reichen die Einsatzmöglichkeiten der Tapes von der Flügelfertigung bis zur Markierung von Gefahrenbereichen.

Für die Industrie

Und was kommt morgen? 2010 stellte das Unternehmen erstmals die neue ACX-Technologie zur lösemittelfreien Beschichtung doppelseitiger Acrylat-Klebebänder vor. Das Herstellungsverfahren ist umweltschonend und ermöglicht darüber hinaus bei Hochleistungs-Acrylat-Klebmassen hohe Schichtdicken mit stärkerer Klebkraft und die Verwendung neuer Trägermaterialien. Die zentrale Eigenschaft der neuen Technologie und der Schlüssel zu neuen Produktentwicklungen ist die große Verklebungsfestigkeit, die auch auf kritischen Oberflächen dauerhaft und über Jahrzehnte erhalten bleibt. Permanentverklebungen von Anbauteilen im Außenbereich sind deshalb die Zielanwendung der neuen Technologie. ACX-Lösungen sind zurzeit bereits bei zahlreichen Kunden in der Testphase - nicht nur in der Signage-, Automobil- und Elektroindustrie, sondern auch in der Bauindustrie, wo Hochleistungsklebebänder zur Montage von Fassadenelementen eingesetzt werden. ee

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Die ACX-Technologie von TesaHier lesen Sie mehr...

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