50 Jahre SCOPE

50 Jahre Oberflächentechnik: Immer mehr Funktionen

Als eine der wohl wichtigsten Querschnittstechnologien ist die Oberflächentechnik an der Herstellung fast aller Produkte beteiligt. Das war vor 50 Jahren nicht anders als heute. Ihre Verfahren und Prozesse verschönern, schützen, optimieren, modifizieren und funktionalisieren die Oberflächen technischer Erzeugnisse. In der Vielfalt der heute industriell verfügbaren Methoden und Möglichkeiten liegt denn auch der große Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte. Gesellschaftlicher Druck (z.B. Umweltschutz) hat die Entwicklung neuer, innovativer Verfahren der Oberflächentechnik ebenso vorangetrieben wie ökonomische Zwänge (z.B. Energieeffizienz), die daraus entstehenden technischen Anforderungen (z.B. Leichtbau) sowie auch die Ansprüche neuer Branchen (z.B. Mikroelektronik, Photovoltaik) und ein stetig wachsendes Qualitätsbewusstsein von industriellen Anwendern und privaten Konsumenten.

So kennen wir heute erheblich mehr Verfahren und Möglichkeiten der Oberflächentechnik als in den 1960er-Jahren. Zwar hat man auch damals schon gereinigt, grundiert, lackiert, galvanisiert, poliert, (plasma)nitriert, verzinkt und einiges anderes mehr; aber Verfahren wie das Laserauftragsschweißen, das Elektronenstrahlhärten oder auch die verschiedenen chemischen, physikalischen und optischen Verfahren der echten Dünnschicht-Technologie sind erst in späteren Jahrzehnten im industriellen Maßstab zur Geltung gekommen.

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Die großen Zukunftsaufgaben und -chancen der Oberflächentechnik liegen – neben dem Schützen und Verschönern – insbesondere darin, neuen Produkten immer mehr nützliche Merkmale und Funktionen zu verleihen, um ihnen auf diese Weise zu Leistungen zu verhelfen, die sie ohne die behandelte Oberfläche gar nicht bringen könnten. Das mitunter größte Innovationspotenzial sehen viele Experten in diesem Zusammenhang in intelligenten multifunktionalen Oberflächensystemen, die verschiedene Eigenschaften miteinander kombinieren – und zwar maßgeschneidert und bedarfsgerecht. Ein ebenso populäres wie anschauliches Beispiel dafür sind hauchdünne Indium-Zinn-Schichten, die nicht nur hart und kratzfest sind, sondern auch transparent und leitfähig. Zu was die gut sind? Zum Beispiel für eisfreie Autoscheiben mit zuschaltbarem Sonnenschutz, die kaum Energie brauchen. Im besten Fall reinigt sich die Scheibe dann auch noch selbst. Die Ideallösung für Elektroautos. ms

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