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Elektrische LenksystemeThyssenkrupp investiert 200 Millionen Euro in neuen Produktionsstandort in Changzhou

Neuer Standort für Lenksysteme in Changzhou

Thyssenkrupp errichtet derzeit in der chinesischen Stadt Changzhou einen der weltweit größten Standorte für Lenkungstechnologie. Auf rund 150.000 Quadratmetern Fläche entsteht ein hochautomatisierter Fertigungsstandort für Lenkungskomponenten und komplette elektrische Lenksysteme.

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Greif- und Silobehälter, Präzisionsteile, Reinigungsbehälter, WerkstückträgerGefragte Präzision

Dünnwandige Edelstahl-Kleinteile in höchster Präzision zu fertigen, gehört zu den Stärken von LK Mechanik. Für die Hersteller feinmechanischer Baugruppen ist der mittelständische Zulieferer eine der ersten Adressen in Europa. Eine weitere Kernkompetenz des Unternehmens ist die Realisierung kompletter Werkstückträger und Reinigungsbehälter. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker hat das Unternehmen besucht und beschreibt seine Eindrücke.

Greif- und Silobehälter, Präzisionsteile, Reinigungsbehälter, Werkstückträger: Gefragte Präzision

Ein beeindruckendes Leichtgewicht aus Dünnblech zeigt mir Friedhelm Kraft kurz nach meiner Ankunft in seinem Unternehmen. Die kleine Edelstahl-Platine ist gerade mal 50 µm "dick", hat haarfeine Spalten von nur 20 µm Breite und Bohrungen, deren Durchmesser kaum 0,2 Millimeter erreichen. "Solche filigranen Klein- und Kleinstteile gehören zu unseren Spezialitäten", sagt der Firmenchef von LK Mechanik. Mit 35 Mitarbeitern realisiert er am Standort Heuchelheim mit modernen Fertigungstechnologien feine Hochpräzisionsteile. Dabei ist die Auswahl der möglichen Werkstoffe groß: Edelstahl, NE- und Hartmetall, Titan, Kunststoff, Gummi, Silikon, Glas, Keramik, Carbon und PKD. Auch Verbundmaterialien, Chipträger und Silizium sind dem Unternehmen nicht fremd.

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"Neben anderen CNC-Verfahren der Metallverarbeitung - etwa dem Präzisionsstanzen - nutzen wir mit dem Laserfeinschneiden und dem Wasserstrahl-Microcutting zwei hochpräzise Feinschneid-Verfahren, die uns in die Lage versetzen, Klein- und Miniaturbauteile zu fertigen, die extremen Anforderungen an Form- und Wiederholgenauigkeit stand halten müssen", erklärt Kraft. Welche Fertigungstechnologie jeweils zum Einsatz kommt, entscheidet sich unter anderem anhand von Geometrie und Werkstoff.

Während das Laserschneiden bei LK Mechanik für die Feinstbearbeitung dünner Bleche, winziger Formteile und komplexer 3D-Geometrien genutzt wird, fertigt das Unternehmen im Wasserstrahl-Microcutting vorwiegend 2D-Bauteile, die keine thermische Belastung vertragen. Im Gegensatz zur konventionellen Wasserstrahltechnik bietet das in Heuchelheim eingesetzte Wasserstrahl-Feinschneid-Verfahren zwei entscheidende Vorteile: Erstens, lassen sich damit feinere und wiederholgenauere Konturenschnitte realisieren und, zweitens, schont das Verfahren das Gefüge und die Oberflächen der Werkstoffe, da es ohne Wärmeentwicklung arbeitet. "Es entstehen kaum Grate, weshalb kaum Aufwand für die Nachbearbeitung anfällt. Darüber hinaus können wir das Verfahren auch nur mit Reinwasser - also ohne Abrasivmittel - einsetzen", ergänzt Kraft. So lassen sich nicht nur extrem feine und wiederholgenaue Konturenschnitte realisieren, sondern auch die erwähnten Schnittspalte von 20 µm und Stegbreiten von 0,05 mm.

Auf der Grundlage der eingesetzten Feinschneid-Technologien hat sich LK Mechanik im Laufe seiner 35-jährigen Firmengeschichte inzwischen zu einem gefragten Zulieferer für Hersteller in Feinmechanik, Elektrotechnik, Aerospace sowie Medizintechnik, Uhrenindustrie und Musterbau etabliert. Gerade die hier benötigen Kleinstbauteile und Miniaturkomponenten stellen extreme Anforderungen an Form- und Wiederholgenauigkeit. "Um die wachsende Nachfrage unserer Kunden aus diesen Branchen zukünftig noch besser bedienen zu können, haben wir kürzlich in eine TruLaser Cell 3008 von Trumpf investiert. Dieses 5-Achs-Bearbeitungssystem ist nach unseren Vorgaben konfiguriert und eine Ideallösung für die Realisierung kleiner und mittlerer Serien", erläutert Firmenchef Kraft.

Das neue Bearbeitungszentrum eignet sich bestens zum Schneiden und Schweißen von 2D- und 3D-Bauteilen. Es kann sowohl dünnste Materialien mit hoher Präzision feinschneiden als auch mehrere Millimeter dicke Bleche. Dank des Festkörperlasers eignet es sich auch für die Buntmetall-Bearbeitung, und aufgrund der modularen Konzeption lässt sie sich rasch an wechselnde Einsatzbedingungen anpassen. "Insbesondere setzen wir unsere neue Laseranlage im Bereich des automatisierten Laserschweißens ein", berichtet Friedhelm Kraft. Darauf aufbauend bietet LK Mechanik seit einigen Wochen einen erweiterten Schweißservice für filigrane Schlosser- und Schweissarbeiten an.

Als Zulieferer mit hoher Spezialisierung auf die Ultrapräzisionsfertigung kleinster Werkstücke versorgt LK Mechanik derzeit Kunden rund um den Erdball mit Klein- und Großserien. Mit eigener Entwicklungsabteilung (3D CAD), seiner breiten Palette an CNC-Verfahren und durchgängigen Qualitätssicherung erweist sich das Unternehmen zudem als flexibler Partner für innovative Konstruktionen. Viele sehen es auch als 'Hidden Champion'; allerdings kann sich Firmenchef Kraft mit dieser Titulierung nur teilweise anfreunden. "Als Champion sehe ich uns zwar gerne, aber das Prädikat 'hidden' passt eigentlich längst nicht mehr", sagt er - und verweist auf die Leistungen seines Unternehmens als Hersteller von Werkstück-Trägersystemen. Bis heute hat LK Mechanik über 2000 solcher Systeme entwickelt und in Serie gefertigt. Zur Kundschaft zählen hier Firmen, die Automatisierungsanlagen für die Produktionslinien in Automobilbau, optischer Industrie und Medizintechnik herstellen.

Kundenspezifische Komplettlösungen

Bei den Werkstück-Trägersystemen aus Heuchelheim handelt es sich meist um kundenspezifische Komplettlösungen aus Edelstahl, abgestimmt auf die jeweilige Geometrie der Bauteile und die Anforderungen der automatisierten Prozesse. "Werkstückträger aus Edelstahl sind in vielen automatisierten Prozessen unverzichtbar, da hier neben einer hohen Stabilität auch Temperaturwechselbeständigkeit und Chemikalienresistenz gefordert sind. Kunststoff-Produkte scheiden da aus. Stehen dann noch hohe Präzision und Positionsgenauigkeit der einzulegenden Bauteile im Pflichtenheft, sind Werkstückträger aus Edelstahl erste Wahl. Konkurrenzlos sind sie schließlich, wenn außerdem extreme Hygieneanforderungen zu erfüllen sind", berichtet Friedhelm Kraft. Auch deshalb arbeitet seine Entwicklungsabteilung an der stetigen Optimierung der Edelstahl-Werkstückträger. Großes Augenmerk legt LK Mechanik dabei auch auf innovative Beschichtungsverfahren. Gerade in letzter Zeit konnten dadurch Abriebfestigkeit und Verschleißfestigkeit der Werkstückträger verbessert werden. Für Oberflächen-Veredelung und Finishing kommt außerdem ein kombiniertes Nass- und Trockenschleifverfahren - im eigenen Hause entwickelt - zum Einsatz.

Recht eng verwandt mit dem Thema Werkstückträger ist auch die Herstellung von Behältern und Gestellen für die industrielle Teilereinigung. Zu den Highlights des Unternehmens gehört hier beispielsweise ein auf hohe Wirtschaftlichkeit ausgelegtes Baukastensystem. Dabei handelt es sich um eine vielseitige Lösung für die automatisierte Teilereinigung. Sie besteht aus einem Rahmengestell (L 370 x B 220 x H 200 mm oder L 471 x B 320 x H 200 mm), das sich mit mehreren Einschub-Waschkörben verschiedener Größen mit unterschiedlichen Maschengeweben bestücken lässt. Das Standardangebot sieht vor, dass der Anwender wählen kann zwischen einem Zwei- oder Vier-Fächer-Gestell, vier Typen von Einschub-Waschkörben und drei Maschengeweben mit Maschenweiten von 2.5, 1.0 oder nur 0.5 Millimeter. Je nach Geometrie, Variantenvielfalt und Stückzahl der Werkstücke lässt sich das Baukastensystem damit auf ganz unterschiedliche Anwendungsfälle abstimmen. "Der Anwender kann damit viele tausend Platinen, Formteile oder C-Teile verschiedener Größen und Geometrien in einem Waschgang gemeinsam reinigen. Er spart Zeit, Platz, Material und Energie. Das Ganze ist eine multifunktionale Systemlösung, die auf effizienten Materialfluss und hohe Produktivität in automatisierten Reinigungsprozessen ausgelegt ist", erklärt mir Friedhelm Kraft.

Filigranes für die Medizintechnik

Bei unserem gemeinsamen Rundgang durch sein Unternehmen zeigt mir der Firmenchef auch einen seiner Dauerbrenner für die Teilereinigung: Kleine, filigrane Waschkörbchen für die Behandlung von Klein- und Kleinstteilen - echte Schmuckstückchen. Sie werden in Eimer- und Halbkugelform angeboten, verfügen über einen schwenkbaren Deckel und hängen in kleinen, robusten Gestellen. "Unseren Mini-Körben aus elektropoliertem Edelstahl fällt im Zuge der voranschreitenden Bauteile-Miniaturisierung in Elektronik, Feinmechanik und Medizintechnik wachsende Bedeutung zu", erläutert Friedhelm Kraft.

A propos Medizintechnik: Zur diesjährigen Medtec präsentierte LK Mechanik erstmals einen Gesamtkatalog über seine Produkte und Systeme für dieses Marktsegment. "Viele Anwender haben darauf schon gewartet, denn schon seit vielen Jahren liefern wir Träger- und Behältersysteme aus Edelstahl für medizinische Sterilisierungs- und Reinigungsverfahren", berichtet Firmenchef Kraft. Die Instrumentenboxen, Sterilisierungsbehälter, Endoskoptrays und Kleinteile-Waschkörbchen aus Heuchelheim zielen darauf ab, dem Anwender eine verbesserte Effizienz der Reinigungsprozesse zu ermöglichen und eine maximale Sterilisierungs- und Hygienequalität zu erzielen. Kraft erklärt: "Es geht darum, Spülschatten an Instrumenten zu vermeiden, die Trocknung zu beschleunigen, die Beschädigung von OP-Bestecken zu verhindern oder die Verletzungsgefahr des Personals auszuschließen".

Als ich mich schließlich von Friedhelm Kraft verabschieden muss, wird mir klar, dass ich bei unserem mehrstündigen Betriebsrundgang noch eine ganze Reihe anderer Produkte gesehen habe, die in meiner Story viel zu kurz kommen werden. Zum Beispiel Spezialbehälter für die Weltraum-Simulationstechnik, polymerbeschichtete Reinigungskörbe für die Lichtwellentechnik, Kanban-taugliche Greif- und Silobehälter für die Montagetechnik und vieles, vieles mehr ... . Michael Stöcker

Weltraum-Simulationstechnik

LK Mechanik zählt zu jenen deutschen Firmen, die an den Zukunftsprojekten von NASA und ESA beteiligt sind. Das Unternehmen realisierte für einen Hersteller von Elektronik-Bauteilen spezielle Werkzeugträger für den Einsatz in der Weltraum-Simulationstechnik. Die hochgenau gefertigten Edelstahl-Magazine ermöglichen es, winzige Elektronik-Komponenten zerstörungsfrei und verlustlos den notwendigen Evaluations- und Qualitätsprüfungen der Raumfahrt zu unterziehen.

Für die Montagetechnik

LK Mechanik fertigt auch Greif- und Silobehälter in Edelstahl und liefert sie als Komplettlösung mit Tischaufsatzregalen. Diese ursprünglich gemeinsam mit einem großen deutschen Hersteller von Materiafluss-Anlagen entwickelten Lösungen finden sich heute in vielen Montagelinien der Reinraum- und Medizintechnik. Mit ihren gratfreien Kanten, ihren elektropolierten Oberflächen und ihrer durchdachten Geometrie gehören sie zum Feinsten, was der Markt in diesem Bereich zu bieten hat.

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