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Messprojektor von Keyence

Fachtage Mapal DialogElektromobilität und die Veränderungen für die zerspanende Industrie

Fachtage Mapal Dialog

Rund 200 Teilnehmer diskutierten bei den Fachtagen Mapal Dialog Ende Juni darüber, wie schnell sich die Elektromobilität durchsetzt und welche Veränderungen sie für die zerspanende Industrie bringt.

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Digitale MessprojektorenDrehteile schneller prüfen

Drehteile müssen mit Qualität überzeugen. Schließlich stellen die Kunden hohe Anforderungen an die Bauteile und prüfen das Preis-Leistungs-Verhältnis. Deshalb dürfen nur hochwertige Produkte das Werk verlassen. Die Qualitätssicherung muss die Einhaltung der Toleranzen garantieren und sich gleichzeitig nahtlos in die Prozessschritte einfügen. Der digitale Messprojektor von Keyence hilft dem Unternehmen Loga Präzisionsteile, die Qualität der Drehteile schneller zu erkennen.

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Drehteile Loga Langdrehautomaten

Als vor vier Jahren ein weiterer Großauftrag anstand, war bei dem Unternehmen Loga Präzisionsteile schnell klar, dass die Technik des Qualitätsmanagements aufgerüstet werden muss. Die beiden Geschäftsführer Michael und Peter Loga suchten ein Gerät, das ihren Anforderungen exakt entspricht und gleichzeitig eine deutliche Verbesserung der bestehenden Qualitätsprüfung ermöglicht. Die Drehteile, die aus der Produktion kommen, sind bereits von höchster Güte. Eine kontinuierliche Prüfung überwacht nicht nur die Fertigung, sondern garantiert auch einen lückenlosen Qualitätsnachweis. Rund 10 Millionen Drehteile, zum Beispiel für Kraftstoffleitungen, hydraulische Anwendungen oder Hülsen für die Dieseleinspritztechnik verlassen jährlich das schwäbische Werk. Die bisherige Messtechnik war zum Engpass geworden und behinderte die Weiterentwicklung des Unternehmens. So bestand Handlungsbedarf, um eine höhere Wertschöpfung zu erreichen und gleichzeitig den Ausstoß zu erhöhen. Mit dem digitalen Messprojektor IM-6225 von Keyence eröffneten sich neue Dimensionen der Qualitätsprüfung.

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Bildgestütztes Messen mit dem Profilprojektor

Die Fertigungszeit bei Loga Präzisionsteile beträgt durchschnittlich 60 Sekunden, bei komplexeren Drehteilen maximal fünf Minuten. Der Mitarbeiter kontrolliert die produzierten Teile stichprobenartig mittels statistischer Prozesslenkung (SPC) und anhand eines praxiserprobten Zeitplans. Bei einem Schlauchnippel, ein Dauerläufer des Unternehmens, sind es beispielsweise 55 Maße, die exakt stimmen müssen. Um diese Merkmale zEine Nacht dru kontrollieren, benötigte der Mitarbeiter früher mehr als 15 Minuten – also wesentlich länger als zur Produktion. Diese Zeit kann jetzt anderweitig produktiv genutzt werden. Mit dem „Keyence“, wie der digitale Messprojektor unter den Mitarbeitern genannt wird, ist eine neue Zeitrechnung angebrochen: In 19 Sekunden ist der Prüfvorgang erledigt – „alles I.O.“

Der digitale Messprojektor ist die Weiterentwicklung des klassischen Profilprojektors. Die einst optischen Verfahren sind zu digitalen Methoden weiterentwickelt geworden. Daraus rührt der Geschwindigkeitsvorteil. „Messung und Auswertung gehen sehr schnell vonstatten“, erklärt André J. Baum, mitverantwortlich für die Koordinatenmesstechnik bei der Keyence Deutschland GmbH.

Die unbestechliche Optik wird mit digitaler Auswertung kombiniert. Zwischen der großen Optik mit 100 Millimetern Durchmesser können Bauteile mithilfe der verfahrbaren x-Achse mit einer Breite bis zu 200 Millimetern geprüft werden. Fokus und Beleuchtung stellen sich automatisch ein. Die speziell entwickelte Doppeltelezentrik sorgt für eine hohe Tiefenschärfe. Dadurch können Teile bis zu 80 Millimetern Höhe beziehungsweise Durchmesser geprüft werden – eine ideale Voraussetzung für Dreh-, Stanz- und Biegeteile oder technischen Spritzguss. Auch Federn oder komplexe Formen stellen kein Hindernis dar.

Prüfen von 99 Merkmalen

Die Einrichtung des Messvorgangs ist einfach gehalten. „Das System ist ein Prozessoptimierer“, ergänzt Baum, „da muss der Messvorgang schneller, effizienter und gründlicher vonstattengehen.“ 99 Messmerkmale eines Bauteils können geprüft werden. „Vor allem geschieht der Messvorgang unabhängig vom Benutzer“, betont er. Denn ansonsten kommt es bei einem Handmessmittel durchaus trotz exakter Handhabung zu Schwankungen im Hundertstelbereich.

Die Messung richtet sich entweder nach einer Konstruktionszeichnung im CAD- beziehungsweise dxf-Format oder nach einem Referenzbauteil. Die Softwareoberfläche ist intuitiv bedienbar. Zum Einrichten der Messung sind wenige Klicks ausreichend. Hat sich dies auch in der Praxis bewährt? „Durchschnittlich dauert es zwischen 20 Minuten und einer Stunde, bis der Messprojektor programmiert ist“, bestätigt Loga. Selten werden Fertigungszeichnungen verwendet, meistens dient das erste produzierte Bauteil als „Master“. Für Nachbehandlungen wie Schleifen oder Galvanik wird die entsprechende Schichtdicke berücksichtigt. „Wir bewerten eine Investition danach, ob sie genutzt wird“, schildert Loga die eigene Kosten- Nutzen-Rechnung. Bei dem digitalen Messprojektor von Keyence ist das Ergebnis eindeutig: „Die Mitarbeiter standen Schlange“, freut sich der Chef über die Bestätigung seiner Investition. „Wir haben auch das Konturmessgerät einer anderen Firma, aber das können nur wenige bedienen.“ Bei den vorherigen Lösungen musste der Werker manuell die Messlinien legen. Jetzt wird das entsprechende Programm aufgerufen und die Messung vorgenommen. Sollte für ein neues Bauteil kein Messprogramm vorliegen, dann drängeln die Kollegen den Qualitätsmanager schon bald, ein passendes zu erstellen. Die Freude an der Nutzung ist so groß, dass auch der schwäbische Tüftlersinn zum Vorschein kommt. Üblicherweise lässt sich die Bohrtiefe nicht messen, aber mit einer Eigenentwicklung von Loga gelang der Trick, obwohl diese Funktion von Hause aus nicht vorgesehen ist. Wichtiger als der Preis sei der Nutzen, betont Loga: „Bei dem digitalen Messprojektor gibt es wenig Schulungsbedarf, das Gerät wurde aufgestellt und es hat funktioniert.“ ee

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