Scope Online - Industriemagazin für Produktion und Technik
Sie befinden sich hier:
Home> Engineering> Oberflächentechnik + Werkstoffe>

Thyssenkrupp nimmt Sinterversuchsanlage in Betrieb

Rohstoffe effizient einsetzenThyssenkrupp nimmt automatisierte Sinterversuchsanlage in Betrieb

Thyssenkrupp hat in Duisburg eine nach eigenen Angaben weltweit einzigartige Sinterversuchsanlage in Betrieb genommen, mit deren Hilfe künftig auch Emissionen der betrieblichen Sinteranlage reduziert werden sollen. Ziel des Stahlherstellers ist es, mit der versuchsweisen Sinterproduktion sich auf das Problem schwankender Rohstoffqualitäten einstellen zu können.

Thorsten Stürmer vor der Sinterversuchsanlage bei Thyssenkrupp in Duisburg

"Mit der Anlage versuchen wir frühzeitig auf die weltweiten Veränderungen von Erzqualitäten zu reagieren und flexibel Schwankungen auszugleichen. Durch die vollständige Digitalisierung der Versuchsprozesses haben wir nicht nur exakte Qualitätskennzahlen, sondern gleichzeitig den Emissionsgehalt der Einsatzstoffe im Blick“, sagt Dr. Urban Janhsen, Leiter des Teams „Technologie Erz und Eisen“ bei der Thyssenkrupp Steel Europe AG. Mit der Versuchsanlage kann in kleinen Chargen getestet werden, wie sich Rohstoffe in der Massenproduktion verhalten werden.

Beim Sintern wird das feinkörnige Eisenerz mit anderen Stoffen vermengt, stark erhitzt und durch Anschmelzen der Erzkornränder zu größeren Stücken zusammengebacken. Die Brockenform des so genannten Sinterkuchens ist für die Produktion von Roheisen im Hochofen erforderlich. Für die tägliche Massenproduktion von Sinter können mithilfe der Versuchsanlage im Forschungsbereich binnen weniger Stunden exakte Vorhersagen über optimale Mischverhältnisse der Einsatzstoffe getroffen werden. Vom Wiegen der Probe vor der Untersuchung bis zur Prüfung des fertigen Sinters übernimmt ein Roboter alle Füll- und Transportschritte. Zudem bietet die Anlage für ältere oder leistungseingeschränkte Mitarbeiter aufgrund der Automatisierung der Umfüll- und Transportprozesse ein hohes Maß an Ergonomie und Arbeitssicherheit.

Anzeige
Weitere Beiträge zuSinterverfahren

Eine weitere, maßgebliche Innovation stellt die bis ins kleinste Detail mögliche Staubanalyse des gesamten Versuchsprozesses dar, wodurch das Reduzieren von Emissionen ermöglicht werden soll. Mit einem Laser werden Austrittsstoffe gemessen und können als repräsentative Proben bewertet werden. Dank des vollautomatisierten Ablaufs können staubarme Einsatzstoffe identifiziert und ihr optimaler Einsatz bestimmt werden. Die Anlage wurde mit der Unterstützung der Ingenieursfirma Heat and Power Engineering GmbH (Stuttgart) gebaut. Das Steuerungsmodell stammt von der Siemens AG.

Die Sinterversuchsanlage stellt einen weiteren aktiven Beitrag für eine bessere Umweltsituation in Duisburg dar. Erst kürzlich hat Thyssenkrupp Steel Europe mit dem Bau eines weiteren, modernen Tuchfilters begonnen, mit dem nahezu 99,99 Prozent des Sinterstaubs verursacht durch die Sinterproduktion eingefangen werden können. Diese Anlage soll im Frühjahr 2017 in Betrieb genommen werden. kf

Anzeige

Weitere Beiträge zum Thema

Metal Injection Moulding: Spezialisten  fürs Kleine

Metal Injection MouldingSpezialisten fürs Kleine

Das Metal Injection Molding (MIM) kombiniert das Kunststoff-Spritzgießen mit dem Metallpulversintern und eignet sich vor allem für die Herstellung komplexer Klein- und Kleinstteile aus Stahl. Der Fertigungsprozess hat es allerdings in sich.
…mehr
Kleinteile im MIM: Zwei bekannte  Techniken kombiniert

Kleinteile im MIMZwei bekannte Techniken kombiniert

das Metal Injection Molding, kurz MIM genannt. Das Formgebungsverfahren eignet sich vor allem für die Herstellung von komplexen metallischen Klein- und Kleinstteilen. Im Prozess nacheinander geschaltet werden dabei das Kunststoff-Spritzgießen und das Metallpulversintern.

…mehr

Weitere Beiträge zu dieser Firma

Elektronischer Kondensatableiter, Flachstahl: Turbo mit vier Sicherheitsstufen

Elektronischer Kondensatableiter, FlachstahlTurbo mit vier Sicherheitsstufen

Über zehn Kilometer lang ist das Druckluftnetz von Thyssen Krupp Steel Europe am Kernstandort Duisburg. Ein weit verzweigtes System, das kraftvoll und zuverlässig beatmet werden will. Dafür sorgen hochleistungsfähige Turbo-Kompressoren, die sorgfältig überwacht werden.
…mehr

MagnesiumblechNur ein Viertel des Gewichts

von Stahl bringt Magnesium auf die Waage. Und 35 Prozent leichter als Aluminium ist das Material. Bauteile aus Magnesium sind vor allem für Automobilhersteller interessant, weil sie damit Gewicht sparen und CO2-Emissionen verringern können.

…mehr

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

Mewatex Plus

PutztuchSanftes Stöffchen

Speziell für empfindliche Oberflächen bietet Mewa ein saugstarkes, flusenarmes Putztuch an, das sanft und gründlich reinigt.

…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen

Anzeige