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23.04.2012

Ostdeutscher Maschinenbau zuversichtlich

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich weiterhin stabil. Zwar gingen zu Jahresbeginn die durchschnittliche Kapazitätsauslastung, der Auftragsbestand und die Umsatzrendite leicht zurück. Die Geschäftsaussichten und Personalplanungen zeigen jedoch nach oben. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Für zunehmend mehr Unternehmen waren die vergangenen Monate von Ungewissheit geprägt. "Die Kunden sind aufgrund der anhaltenden Euro- und Finanzmarktkrise verunsichert. Sie zögern Investitionsentscheidungen hinaus und verschieben zum Teil bereits geplante Projekte. Dies und Finanzierungsschwierigkeiten der Kunden wirken sich nachteilig auf den Auftragseingang und die Kapazitätsauslastung unserer Unternehmen aus", erläutert Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung betrug im ersten Quartal des Jahres 89,9 Prozent. Sie lag damit 1,5 Prozent unter der des vierten Quartals 2011, aber erneut deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von reichlich 86 Prozent.

Darüber hinaus ging der durchschnittliche Auftragsvorlauf minimal auf 4,9 Monate zurück. Auffallend ist hierbei die große Bandbreite zwischen den Firmen. So stieg im Vergleich zum Vorquartal sowohl die Zahl der Unternehmen mit einer Auftragsreichweite von mindestens einem halben Jahr als auch die Zahl derer mit einem Vorlauf von maximal einem Monat.

Die Investitionszurückhaltung der Kunden und der schwankende Auftragseingang schlagen sich auch in der Umsatzrendite nieder, dem prozentualen Anteil des Gewinns am Umsatz eines Unternehmens. So sank zu Jahresbeginn merklich die Zahl der Firmen mit einer Umsatzrendite über fünf Prozent.

Neben der unbeständigen, kurzfristigen Auftragsvergabe sehen sich die Maschinen- und Anlagenbauer wie schon in den vergangenen Monaten mit einem starken Wettbewerb, langen Lieferzeiten der Zulieferer und stetig steigenden Material- und Energiekosten konfrontiert. "Weiterhin im Fokus stehen auch die demografische Struktur des Personalbestandes und die damit verbundene Suche nach geeigneten Fachkräften und Auszubildenden", so Pätz.

Dennoch schaut der Großteil der befragten Unternehmen dem zweiten Quartal 2012 hoffnungsvoll entgegen. 86 von 100 Firmen erwarten gleichbleibende oder bessere Geschäfte. Im Vergleich zum Vorquartal gehen dabei bedeutend mehr Unternehmer von einer besseren Geschäftslage aus (1. Quartal 2012: 28,1 Prozent - 4. Quartal 2011: 15,9 Prozent).

Mehr als ein Drittel der Unternehmen will außerdem im nächsten halben Jahr die Zahl der Beschäftigten erhöhen - im Vorquartal sagte dies reichlich ein Viertel. Gleichzeitig wollen weniger Firmen als bisher Personal abbauen. "Dies läßt den Schluss zu, dass keine Negativ-Trendwende abzusehen ist. Vielmehr sehe ich eine Stabilisierung auf einem guten Niveau", betont Pätz. kf

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