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Flexibler Rohrheizkörper, Heizelemente mit LeistungsverteilungStarke Vielfalt

Seit Anfang der 1970er Jahre realisiert Hotset für die Kunst- stoff-Industrie industrielle Heizsysteme inklusive der Tempera- turregeltechnik. In Produktionsstätten in Lüdenscheid und auf Malta fertigen über 300 Mitarbeiter nicht nur hochwertige Standard-Heizelemente, sondern auch kundenspezifische Sonderkonstruktionen. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker stellt das Unternehmen und einige seiner aktuellen Lösungen vor.

Heizelemente mit Leistungsverteilung: Starke Vielfalt

Eigentlich kommen die Heizelemente von Hotset überall dort zum Einsatz, wo im Rahmen industrieller Fertigungsprozesse Wärme oder in bestimmten Bauteilen ein konstantes Temperaturniveau benötigt wird - wie beispielsweise beim Spritzguss, in der Gießerei- und Verpackungsindustrie. Insbesondere die Kunststoffverarbeiter vertrauen auf das Know-how des Herstellers. In Lüdenscheid beschäftigt das Unternehmen derzeit 240 Mitarbeiter, die vorwiegend Einzelstücke und Kleinserien nach individuellen Kundenvorgaben fertigen. Das geschieht mit einem hohen Anteil an Handarbeit in einem Manufakturbetrieb, wie man ihn hierzulande nur noch selten findet. Großserien produziert das Unternehmen in einer eigenen Produktionsstätte auf Malta. Das Portfolio besteht aktuell aus Heizpatronen, Wendelrohrpatronen, flexiblen Rohrheizkörpern, Mundstückheizungen sowie Maschinendüsen mit den passenden Temperaturfühlern und -reglern. Je nach den Maschinen und Werkzeugen der Kunststoffverarbeiter müssen die Heizelemente maßgeschneidert werden. Das hat ganz konkrete Folgen für die Fertigung des Unternehmens. Über 80 Prozent der Heizelemente werden nach Kundenspezifikation gefertigt; deshalb ist ihre Herstellung recht personalintensiv. Geschäftsführer Ralf Schwarzkopf sagt dazu: "Nur durch die tiefe Verwurzelung in der Region und die enge Bindung zwischen Mitarbeitern und Unternehmen können wir als Familienunternehmen flexibel auf die unterschiedlichen Anforderungen unserer weltweit agierenden Kunden reagieren." Grundsätzlich spielt die regelmäßige Entwicklung innovativer Lösungen für das Unternehmen eine zentrale Rolle. "Wenn wir weiter wachsen und unseren Standort in Lüdenscheid langfristig sichern wollen, müssen wir unsere Produkte zwangsläufig immer weiter verbessern", erläutert Schwarzkopf. Diese Philosophie spiegelt sich auch im Personalstamm wider. Neun Mitarbeiter kümmern sich in der Entwicklungsabteilung um die Weiterentwicklung bestehender Produkte und das Innovationsmanagement.

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Anpassen statt warten

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Innovationssprünge vollzogen hat das Unternehmen bereits 1980 mit der ersten runden Wendelrohrpatrone vom Typ Hotspring (WRP). Es folgten weitere kluge Ideen wie etwa der patentierte flexible Rohrheizkörper Hotflex, der sich von Hand in alle drei Dimensionen biegen lässt. Er kann optimal an die Form des zu beheizenden Maschinen-Werkzeugs angepasst werden. "Stellen Sie sich vor, der Kunde muss einen Metallblock mit einem starren Rohrheizkörper beheizen. Um den Rohrheizkörper auszutauschen, muss er einen neuen individuell anfertigen lassen. Das dauert. Sitzt der Kunde im Ausland, kann es Wochen dauern, bis die Maschine wieder in Betrieb genommen werden kann. Den Hotflex können Sie einfach von der Stange kaufen, auf Lager legen und bei Bedarf selber für das jeweilige Werkzeug zurecht biegen", erläutert Firmenchef Schwarzkopf. Eine häufige Anwendung für den flexiblen Rohrheizköper ist das Beheizen von Heißkanal-Verteilerbalken für den Kunststoff-Spritzguss. Er lässt sich passgenau in eine gefräste Nut einpressen oder manuell und ohne Spezialwerkzeug mit einem Kunststoffhammer einschlagen. Bei Beachtung der empfohlenen Nutabmessungen wird bis zu 75 Prozent Anlagefläche für einen optimalen Wärmeübergang erreicht - und zwar bei runden und quadratischen Ausführungen. Durch den Einsatz dieser Lösung kann die Wärmeenergie zum Beispiel direkt am Massekanal oder einer beheizten Kontur abgegeben werden. Die Werkzeugmasse kann entsprechend klein gewählt und so Energie gespart werden. In punkto Lagerhaltung überzeugt der flexible Rohrheizkörper, weil er gestreckt und bei entsprechender Länge nur einmal für verschiedene Nutgeometrien vorgehalten werden muss. Viele Abmessungen sind ab Lager verfügbar, so dass die Wartezeit für einen konventionell vorgebogenen Rohrheizkörper entfällt. Optional gibt es den Hotflex auch mit biegbaren unbeheizten Zonen - zum Beispiel für enge Anschlussbereiche. Eine weitere Innovation, mit der sich das Unternehmen in der Kunststoff-Heißkanalindustrie einen Namen gemacht ist auch der Hotslot, ein Heizelement mit individuell spezifizierbarer Leistungsverteilung bei der Beheizung von Heißkanal-Düsen für den Kunststoff-Spritzguss. Er besteht aus einer Wendelrohrpatrone, die in ein Trägerrohr aus Messing eingepresst wird. Aufgrund seiner geringen Wandstärke erlaubt dieses Heizelement minimale Nestabstände. Neben den Anschlussausführungen kann auch der Verlauf der Nut für den einzupressenden Heizer gewählt werden. Die Leistungsverteilung ist also absolut präzise und reproduzierbar, um eine gezielte und homogene Temperierung im Fertigungsprozess zu gewährleisten. Durch die Bauweise im Messingträger können leistungsarme Zonen vorzusehen werden, wie sie mit einer einfachen Wendelrohrpatrone nicht denkbar wären. Selbst Mäanderwicklungen, Aussparungen, Durchbrüche und Bohrungen sowie Ausführungen als flaches Plattenheizelement sind möglich. Zur Erleichterung einer späteren Dermontage kann das Trägerrohr vernickelt ausgeführt werden. Die Thermoelemente werden mit einer zusätzlichen Nut integriert und können ebenfalls individuell platziert werden. Auf Wunsch produziert das Unternehmen den Hotslot mit einem geschlitzten oder teilgeschlitzten Trägerrohr mit Mäanderwicklung. Dies bietet den Vorteil, dass das Thermoelement bei Bedarf problemlos gewechselt werden kann. Neben den kundenindividuellen Optionen werden auch mehrere Varianten des Hotslot mit Thermoelement als Standardartikel ab Lager angeboten. Gleichgültig aber ob es um ein einzelnes Heizelement geht oder ob Systemlösungen zu realisieren sind: Als Kundenprojekt entwickelt Hotset komplette Lösungen für mitunter recht komplexe Herausforderungen. Das Leistungsspektrum erstreckt sich dabei vom Heizelement über die Steuerungs- und Regelungselektronik bis hin zur Isoliertechnik und zu umfassenden Werkzeugkonzepten. Die Kundenprojekt-Entwicklung ist derzeit ein boomendes Geschäftsfeld des Unternehmens. Viele Kunden des Unternehmens gelten auf ihrem Gebiet als Hidden Champions und konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenz. Eigene Spezialisten für die Heiztechnik zu unterhalten, wird für sie zunehmend unattraktiv. "Wir können unseren Kunden heute eine Sonderanfertigung anbieten und morgen eine Großserie von 100.000 Stück. Oder eben individuelle Systemlösungen als Entwicklungsleistung. Gerade diese Vielfalt ist es, die uns stark macht", ist Schwarzkopf überzeugt. Diese Grundhaltung mag auch mit ein Auslöser dafür sein, warum sich Hotset mit der neuen Unternehmenssparte Customer Project Engineering (C Pro) nicht mehr nur als Hersteller sondern auch als Ingenieur-Dienstleister positionieren möchte. Ingo Brückner, zuständig für Marketing und Produktmanagement, sagt dazu: "Gerade unter dem Aspekt der Energieersparnis ist es wichtig, in einem Produktionsprozess das richtige Maß an Wärme an die richtige Stelle zu bekommen. Dafür bieten wir unsere Entwicklungskompetenz an". ms

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