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Vakuum-AufspanntechnikFestgesaugt

Mit dem Nichts Umsatz machen: Schmalz gelingt das. Das Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich Vakuum- Aufspanntechnik. Chefredakteur Hajo Stotz sprach mit Geschäftsführer Dr. Kurt Schmalz über die Unterneh- mensstrategie und –philosophie.

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Vakuum-Aufspanntechnik: Festgesaugt

SCOPE: Herr Dr. Schmalz, Ihr Unternehmen gibt es bereits seit 1910, aber erst seit 1984, seit Sie die Geschäftsführung von Ihrem Vater übernommen haben, sind Sie auf dem Gebiet der Vakuum-Technologie tätig. Seitdem ist das Unternehmen von 15 Mitarbeitern auf über 470 angewachsen. Resultiert dieses Wachstum aus der Konzentration auf die Vakuum-Technik?

Schmalz: Ja. Wir konzentrieren uns heute auf drei Bereiche: Vakuum-Komponenten zur Ausrüstung von Industrierobotern und Verpackungsmaschinen; im Bereich der Handhabung haben wir unsere manuellen Handhabungsgeräte zum Anheben von Lasten und zur Humanisierung von Arbeitsplätzen; und als dritten Bereich haben wir die Vakuum-Aufspannsysteme. Wir konzentrieren uns auf Innovationen in diesen drei Bereichen. Und durch diese klare Fokussierung sind wir so gewachsen.

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SCOPE: Wie entwickelte sich das letzte Geschäftsjahr und welche Ziele haben Sie für 2007?

Schmalz: Die Entwicklung im letzten Jahr war geprägt durch das gute Wachstum im Ausland. Die Zahl unserer Auslandsgesellschaften haben wir mittlerweile auf 15 erhöht. Auch das Inland hat sehr gut zugelegt. Dieses Jahr spüren wir eine weiter verstärkte Nachfrage aus dem Inland, Aufträge kommen vor allem aus dem Maschinenbau in Deutschland und aus der Automobilindustrie. Aber auch das Ausland geht wieder gut voran. Wir sind eigentlich rundum zufrieden. Die Hersteller von Automationseinrichtungen, die Maschinenbauer allgemein, aber auch die Holzbearbeitungs-Maschinenhersteller, die für uns eine wichtige Kundengruppe darstellen, haben sehr gute Zuwächse. Der Maschinenbau und die Automobil- und Zulieferindustrie sind für uns zwei Schlüsselindustrien, denen es offenbar wieder deutlich besser geht.

SCOPE: Was sind die Highlights auf der Motek?

Schmalz: Eines der Highlights ist ein Ejektor, der gleichzeitig über ein Conditon Monitoring System verfügt und über eine DeviceNet-Schnittstelle eine Übertragung der Statusinformationen ermöglicht. Condition Monitoring sehen wir als wichtiges Zukunftsfeld, das vor allem aus der Automobilindustrie getrieben wird. Kleine und kompakte Kunststoffejektoren sind ideal für schnelle Handhabungsvorgänge. Sie sind so leicht, dass sie vorne am Robotergreifer montiert und mitgeführt werden können. Im Bereich der Sauggreifer haben wir neue Greifer für die Automobil- und die Holzindustrie entwickelt sowie auf dem Gebiet der Sensorik einen teachbaren Vakuum- und Druckschalter. Neue Vakuum-Inlinefilter bieten optimalen Schutz für Vakuum-Erzeuger, wie z.B. Ejektoren, vor Verschmutzung und Schäden. Im Bereich unserer Vakuum-Handhabungssysteme komplettieren speziell entwickelte Aluminium-Krane - Einträger-Krananlagen als auch Wand- und Säulenschwenkkrane - das auf den Anwendungsfall abgestimmte Hebesystem.

„Energieeffizienz ist für den Anwender ganz wesentlich“

SCOPE: Im Vakuumbereich wird doch auch die Energieeffizienz für den Anwender immer wichtiger?

Schmalz: Das ist ein ganz wesentliches Thema: Wieviel Energie brauche ich, um einen solchen Handlingprozess ablaufen zu lassen. Wir messen diese Energie und bieten Lösungen über Regelungsvorgänge. Einige Millisekunden nach dem Ansaugen schalten wir bereits den Vakuumerzeuger aus und halten das Vakuum über entsprechende Sensoren, um nachzupumpen und das Vakuum auf einem Niveau zu halten. Das Abblasen, wenn das Teil abgelegt wird, erfolgt in einem extrem kurzen Impuls, so sparen wir ganz erheblich Energie. Das geht bis zu 90 Prozent Drucklufteinsparung gegenüber der herkömmlichen Weise, dass Druckluft kontinuierlich während des Handhabungsvorganges verbraucht wird.

SCOPE: Im eigenen Unternehmen arbeiten sie ebenfalls sehr energieeffizient: Sie erzeugen mehr Energie als Sie verbrauchen?

Schmalz: Das ist eine Grundphilosophie unseres Unternehmens: Nachhaltigkeit. Unser Mindestziel ist es, die Energie, die wir verbrauchen, regenerativ herzustellen. Im Moment stellen wir, über die Jahresbilanz gesehen, mehr Energie ins Netz als wir beziehen. Die Energie erzeugen wir über Solar- und Windkraftanlagen, Wasserkraft und Biomasse. Biomasse für die Heizung, die anderen Formen für Strom und die Warmwassererzeugung.

SCOPE: Diese Nachhaltigkeit praktizieren Sie aber nicht nur im Energiebereich?

Schmalz: Generell ist es so, dass wir nicht nur im Bereich der Ökologie sondern auch der Ökonomie langfristig planen, um sichere, attraktive Arbeitplätze zu bieten. Wir haben eine Ausbildungsquote von 13 Prozent, stellen laufend Mitarbeiter ein und haben noch nie konjunkturbedingt entlassen. Nachhaltigkeit ist für uns wichtig: Ökonomisch erfolgreich, ökologisch verantwortungsvoll gegenüber den nachfolgenden Generationen und sozial aktiv. Wir haben beispielsweise einen Betriebsvolleyballplatz und jeden Tag Betriebssport. Wir bieten ein Gesundheitsprogramm, ein sehr familienfreundliches Arbeitszeitmodell, und haben eine eigene Weiterbildungsakademie, die Schmalz-Academy.

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