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Boden-Reinigungsmaschinen, Industrie-Staubsauger„Keine Scheu vor Vergleichen“

Vor wenigen Wochen wurde Dr. Reinhard Mann zum alleinigen Vorstand der Nilfisk-Advance AG in Deutschland berufen. Er leitet ein Unternehmen, dass sich im eng besetzten Markt der Reinigungsmaschinen-Hersteller seit Jahren auf Expansionskurs befindet. An diesem Kurs wird er festhalten – erfuhr SCOPE-Redakteur Michael Stöcker.

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Industrie-Staubsauger: „Keine Scheu    vor Vergleichen“

SCOPE: Vor gut zwei Jahren startete Nilfisk-Advance eine Innovationskampagne, deren ehrgeiziges Ziel es ist, den weltweit erzielten Umsatz bis 2011 auf 1,5 Milliarden Euro zu verdoppeln. Wie liegen Sie derzeit im Rennen?

Dr. Mann: Mit unserer Vision Mission X2 haben wir uns in der Tat große Ziele gesteckt. In einer ersten Zwischenbilanz lässt sich sagen, dass 2007 ein hervorragendes Geschäftsjahr war. Wir konnten den weltweiten Umsatz um neun Prozent auf 776 Millionen Euro steigern und erreichten ein Ergebnis von 68 Millionen Euro – was einem Plus von 24 Prozent entspricht. Für 2008 kann ich sagen, dass wir mit unseren Wachstumszahlen voll im Plan liegen – sowohl in Deutschland als auch im gesamten Konzern.

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SCOPE: Mit welchen Maßnahmen versuchen Sie, die Unternehmensziele zu realisieren?

Dr. Mann: Drei ganz entscheidende Faktoren sind die Erhöhung der Supply-Chain-Effizienz, das Gewährleisten maximaler Produktqualität und nicht zuletzt: die ständige Investition in die Entwicklung neuer Geräte-Technologien. Unser erfolgreiches Product Development manifestiert sich beispielsweise darin, dass es uns gelingt, fast jeden Monat zwei Produktinnovationen auf den Markt zu bringen. Seit Mitte des Jahres haben wir beispielsweise folgende Neuentwicklungen am Markt platziert: einen Ozon-Generator, ein Multifunktionsgerät, eine Kombimaschine sowie den Heißwasser-Hochdruckreiniger Neptune 2 und die Scheuersaugmaschine Scruptec 233. Diese Innovationsrate wollen wir in 2009 sogar noch weiter steigern. Für das kommende Jahr sind knapp 40 Produktneuheiten und -erweiterungen in der Pipeline.

SCOPE: Zwei bis drei neue Produkte monatlich – und das im Markt der Reinigungsmaschinen, der ja eng besetzt und in Deutschland nahezu gesättigt ist. Wie geht das?

Dr. Mann: Sowohl international als auch in Deutschland verfolgen wir seit Jahren eine konsequente Mehrmarken-Strategie. Sowohl unsere Firmenübernahmen als auch unsere Produktpolitik sind entsprechend ausgerichtet. Nehmen wir das Beispiel Deutschland: Hier firmieren wir unter der Nilfisk-Advance AG mit zwei Geschäftsbereichen – Nilfisk-Alto in Bellenberg und Nilfisk am Standort Rellingen. Beide bedienen unterschiedliche Zielgruppen und haben ein fein zueinander austariertes Angebotsspektrum. Außerdem agieren sie im Markt mit zwei getrennten Sales- und Service-Organisationen, die nahezu keine Überschneidungen bei den Vertriebswegen haben. So fokussiert sich der Geschäftsbereich Nilfisk primär auf das Direktgeschäft, während Nilfisk-Alto den Schwerpunkt auf den Fachhandel legt.

SCOPE: Können Sie das an einem Markenbeispiel konkretisieren?

Dr. Mann: Unter dem Dach des Rellinger Geschäftsbereiches Nilfisk finden wir die Marken Nilfisk Professional und Nilfisk-CFM. Hauptzielgruppen sind dabei Reinigungsdienstleister, Industrieunternehmen, Handel, Kommunen und Gemeinden. Mit den Marken Nilfisk-Alto und Nilfisk Consumer bedient der Geschäftsbereich Nilfisk-Alto in Bellenberg vornehmlich Kunden aus den Bereichen Landwirtschaft, Automotive und Industrie sowie Gewerbe und Handwerk. Darüber hinaus beinhaltet das Produktangebot auch Geräte für den privaten Endverbraucher. Hinzu kommt die vollständige Eingliederung von ehemals CFM-Reitek als Marke in die Nilfisk-Advance AG. Durch diese enge Integration konnten wir bestehende Technologien verschmelzen, neue Märkte und Zielgruppen erschließen und unser Produktspektrum verbreitern.

SCOPE: Besteht nicht dennoch das Risiko, dass sich die Marken früher oder später gegenseitig Konkurrenz machen?

Dr. Mann: In ganz geringem Grad ja – und das ist auch gut so, denn Konkurrenz ist die Triebfeder der Innovationskraft. Aber eben nur bis zu einem gewissen Grad, denn – wie bereits angedeutet – ist das prägende Element unsere Mehrmarkenstrategie eine klare Abgrenzung. Im Höchstfall haben wir Zielgruppen-Überschneidungen von gut unter fünf Prozent! Zudem ist es ein klares Ziel in der nahen Zukunft, unsere Marken noch eigenständiger zu positionieren und die damit verbundene Marktkommunikation stringent abzubilden. Denn gerade in einem so eng besetzten Wettbewerbsumfeld wie es uns in Europa und Deutschland begegnet, sind starke und klare Marken von großer Bedeutung.

SCOPE: Wohl wahr, zumal es ja den Anschein hat, dass sich die Produkte vieler Hersteller sehr ähnlich sind…

Dr. Mann: Da trügt der Schein! Und meist lohnt der zweite Blick. Es gibt eben doch ganz entscheidende technische Merkmale, die unsere Reinigungsmaschinen und Industriesauger von denen anderer Hersteller unterscheiden. Wir scheuen da keinen Vergleich!

SCOPE: Worauf sollte der Kunde denn Ihrer Ansicht nach besonders achten?

Dr. Mann: Zum einen zeichnen sich all unsere Produkte durch eine hohe Kosteneffizienz und Umweltfreundlichkeit aus – die Batterie betriebenen Kehr- und Scheuersaugmaschinen arbeiten mit moderner 36-Volt-Technik und die Straßenreinigungsfahrzeuge entsprechen der Abgasnorm Euro 4. Optimierungen auf dem Gebiet der Mechanik – etwa bei der Bürstentechnik – ermöglichen es zudem, den Einsatz von Reinigungschemikalien auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Auch im Bereich der Hochdruckreiniger haben wir mit unserem Ergo 3000 System ein klares Alleinstellungsmerkmal in punkto Benutzerfreundlichkeit und der Verhinderung von Ermüdungserscheinungen. Zum anderen sind alle Maschinen und Geräte unseres Hauses als anwendungsorientierte Problemlösungen konzipiert. Das bedeutet nicht nur, dass sie sich dank der Integration von Elektronik so einfach und sicher bedienen lassen wie nie zuvor, sondern auch, dass bei ihrer Konstruktion immer weniger Bauteile verwendet werden – was sowohl die Reparaturanfälligkeit als auch den Wartungsaufwand erheblich senkt. Man darf sicher behaupten, dass unsere Entwicklungsingenieure einer konsequenten Keep-it-simple-Philosophie folgen.

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