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Eine Frage noch„Den Weg mitgehen“

Mit neuer Inhaber- und Geschäftsführungs-Struktur sowie der Konzentration auf das Wesentliche schafft das Familienunternehmen Kasto Maschinenbau zukunftssichere Rahmenbedingungen. Wie man sich das konkret vorstellen darf, erfuhr SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz im Gespräch mit Nicole Krebber, Assistentin der Geschäftsleitung, Produkt- und Prozessentwicklung, und Armin Stolzer, geschäftsführender Gesellschafter.

Eine Frage noch: „Den Weg mitgehen“
SCOPE: Herr Stolzer, gab es nach dem Ausscheiden des anderen Gesellschafterstammes Änderungen im Gesellschafter-Bereich bei Kasto?

Stolzer: Seit dem 07.12.2012 ist meine Familiengesellschaft alleiniger Eigentümer der Kasto-Gruppe. Zum Unternehmenslenkungsausschuss gehören nun meine Frau Ruth Bäumler-Stolzer, meine Töchter Stephanie Bäumler und Nicole Krebber sowie deren Partner bzw. Ehemann Jonathan Riegel und Sönke Krebber. Wir haben damit die Nachfolgefrage langfristig geregelt und können in dieser Gesamtkonstellation als Familie endlich unter einheitlicher Leitung und einheitlicher Strategie bei Kasto in die Zukunft starten.

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SCOPE: In der Geschäftsführung hat sich ebenfalls einiges geändert?

Stolzer: Ich bin nun alleiniger, geschäftsführender Gesellschafter. Meine Tochter Stephanie verantwortet die Geschäftsführung in den Bereichen Vertrieb, Service, Projektleitung, Marketing und Kommunikation, Personalwesen und Administration mit mir gemeinsam. Ebenfalls im Geschäftsleitungskreis ist Valentin Meier, der für den Bereich Konstruktion und Beschaffung verantwortlich zeichnet. Dieter Heyl, ein ehemaliger Studienkollege von mir aus Karlsruhe, ergänzt seit Jahresbeginn die Geschäftsführung. Er kümmert sich intensiv darum, dass in unseren zentralen Bereichen Fertigung, Montage und Logistik notwendige Verbesserungen kraftvoll umgesetzt werden.

SCOPE: Welche Verbesserungsmaßnahmen sind das?

Stolzer: Wir haben im Serienbereich moderne Montagearbeitsplätze und Ablaufstrukturen mit Fließ- und Taktmontage aufgebaut. So bewegt sich eine Maschine nun im Laufe ihrer Montage auf Schienen von einem Mitarbeiter-Team zum nächsten. Für die jeweils nötigen Arbeitsschritte in einem Bereich wird eine bestimmte Zeit vorgegeben. Für Kleinststückzahlen haben wir rüstkostenoptimierte Fertigungs- und Montagestrukturen eingeführt. Und mit K-PS haben wir ein Lean Production System für das gesamte Unternehmen geschaffen. Herr Heyl treibt diese Maßnahmen seit einigen Monaten voran, es gibt bereits deutliche Auswirkungen. Wir spüren, dass die Mitarbeiter das Konzept verstanden haben und den Weg mitgehen. Der Lean-Ansatz betrifft dabei nicht nur den Produktionsbereich. Denn hier gibt es auch Rückwirkungen auf andere Bereiche, wie die Konstruktion oder Arbeitsvorbereitung, Vertrieb, Versand. Wir integrieren auch unsere Niederlassungen, auch im Ausland, in diesen Prozess. Innerhalb von zwei Jahren, so unsere Erwartung, wird sich die Performance deutlich steigern.

SCOPE: Auch im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung hat Kasto nicht einfache Zeiten hinter sich?

Stolzer: Allein schon wegen der Wirtschaftskrise waren die Jahre 2009 und 2010 sehr schwere Jahre. Mitten in diese Zeit, in denen die Auftragseingänge einbrachen und die Auslastung nicht immer stimmte, fielen zudem Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe in neue Gebäude am Hauptsitz in Gamshurst an. Doch wir konnten die Stammbelegschaft auch in den Krisenjahren überwiegend halten. Das hat uns einerseits natürlich viel Geld gekostet, andererseits waren wir so einfacher in der Lage den Aufschwung zu nutzen.

SCOPE: Wie sieht aktuell die Geschäftsentwicklung aus?

Stolzer: Mit dem Geschäftsjahr 2012 sind wir zufrieden - das haben wir bei Kasto mit einem zehn Prozent höheren Umsatz abgeschlossen, als wir erwartet hatten, nämlich mit 110,9 Mio. Euro und in der Firmengruppe weltweit mit von 122,4 Mio. Euro. Auch beim Auftragseingang wurden die Ziele voll erreicht, und der aktuelle Auftragsbestand sieht ebenfalls positiv aus und sichert die Beschäftigung der Mitarbeiter für die nächsten Monate.

SCOPE: Wieviele Mitarbeiter sind das? Und wieviele beschäftigen Sie in Forschung und Entwicklung?

Stolzer: Wir beschäftigen in Achern-Gamshurst rund 520 Mitarbeiter und weitere 55 in Schalkau/Thüringen. Mehr als 10 Prozent der Belegschaft, das sind rund 70 junge Leute, sind Auszubildende. Rund 90 Spezialisten, das sind etwa 16 Prozent, sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig.

SCOPE: Frau Krebber, Sie sind seit 1. März bei Kasto und zuständig für die Nahtstelle zwischen Entwicklung und Produktion. Welche Innovationen sind denn in naher Zukunft geplant?

Krebber: Derzeit arbeiten wir an der Vorstellung einer neuen Sägemaschinenbaureihe. Weiterhin werden wir die Powerbandsägen weiterentwickeln und das Produktportfolio im Allgemeinen standardisieren. Ziel ist es, die Anzahl der verschiedenen Teile und Baugruppen im Hause zu reduzieren. Es geht darum, die Maschinen in einem Baukastensystem zu organisieren und dem individuellen Kundenwunsch über Baukastenmodule Rechnung zu tragen. Hierzu analysieren wir die erforderlichen Komponenten und Baugruppen.

SCOPE: Mit welchen Einsparpotentialen rechnen Sie dabei?

Stolzer: Das in Euro und Cent auszudrücken ist schwierig. Aber wir rechnen mit einem Einsparpotenzial im zweistelligen Prozentbereich.

Lesen Sie hier ein Porträt des Geschäftführers Armin Stolzer.

Ein Firmenporträt finden Sie hier.

Hier erfahren Sie mehr über das Lieferprogramm im Baukastensystem von Kasto.

Hier finden Sie jeweils einen Anwenderbericht zum Kasto-Längslagersystem Uniline 3 und zur neu entwickelten Hochleistungs-Bandsägemaschine Kasto Maxcut A 6 x 16 Alu (mit Video).

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