
www.scope-online.de Dezember 2010 11 h dem Prüfstand: Funktion, Zuverlässig- keit, Umweltschutz, Materialbeständig- keit, Leistungsbestimmung, Verbrauch, Lebensdauer und Produktentwicklung.
Die Dimensionen der Weiss´schen Prüf- einrichtungen werden letztlich durch die Größe des Prüflings bestimmt.
Während etwa ein käseglockengroßer Raum ausrei- cht für die Prüfung kleiner Satellitenkom- ponenten unter Weltraumbedingungen, kann die Größe einer Testkammer für Fahrzeuge oder Flugzeugkomponenten ein Volumen von mehreren hundert Ku- bikmetern erreichen.
Fest etabliert ist das Unternehmen un- ter anderem im Automobilsektor.
Denn für den Erfolg einer Fahrzeug-Entwick- lung spielt heute die Erprobung des Ein- flusses der in verschiedenen Erdregionen herrschenden Klimaeinflüsse eine ent- scheidende Rolle.
Weiss Umwelttechnik konzipiert zu diesem Zweck Höhenprüf- kammern für die Luftdruck-Simulation bis zu einer Höhe von 4000 m.
Durch die zusätzliche Kombination von Kälte und Klima sind fast alle denkbaren Prüfungen von Ort und Jahreszeit unabhängig und reproduzierbar durchführbar.
In Wolfsburg bei VW errichtete Weiss Umwelttechnik im Kälte- und Klima- zentrum Halle 68 jüngst eine komplexe Höhensimulationskammer, mit der sich nahezu alle auf der Erde vorkommenden Klimaeinflüsse simulieren lassen.
Hier kann die komplette VW-Modellpalet- te getestet werden.
Teure Versuchsrei- hen in verschiedenen Erdteilen werden durch die Verlagerung ins „Labor“ weit- gehend vermieden.
Alle Wettereinflüs- se, denen ein Fahrzeug ausgesetzt sein kann, werden in der Höhenkammer über die physikalischen Größen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Druck (geodätische Höhe), Sonnenlicht und Fahrtwind gleichzeitig simuliert.
Berg- und Talfahrt Zudem ist diese Höhenkammer mit einem Allrad-Rollenprüfstand und einer Son- nenlicht-Simulation ausgerüstet.
Das ermöglicht die Darstellung von Berg- und Talfahrten bei Sonnenschein mit Bestrahlungsstärken bis 1.100 W/m2 zwi- schen Meereshöhe und 3000 m bei Ge- schwindigkeiten von bis zu 180 km/h.
Neben Prüfkammern für komplette Fahrzeuge realisiert das Unternehmen auch Motoren-Prüfkammern.
So etwa die kürzlich im Forschungs- und Innovati- onszentrum von BMW in München errich- teten Höhen-Klima-Prüfstände.
Deren Ausrüstung umfasst zusätzlich sämtliche für die Wärmeabfuhr der Prüflinge nö- tigen Kühlkreisläufe, um die komplette Temperaturregelung der Motor-, Lade- luft- und Ölkühlung zu simulieren.
Aber auch außerhalb der Automobil- industrie ist Weiss Umwelttechnik aktiv.
Für die Qualitätssicherung medizinischer und pharmazeutischer Produkte bietet man unter anderem ein umfassendes Programm von Stabilitätstest-Schrän- ken, Klimakammern und Sonderanlagen in jeder Größe, das auf den GMP-, FDA- und ICH-Richtlinien basiert.
Als neuste Innovation präsentierte das Unternehmen kürzlich den ersten Klimaprüfschrank mit integrierter Mess- robotik.
Damit lassen sich kleine und mittelgroße Produkte in einem Tempera- turbereich von -40°C bis +85°C messen, prüfen und positionieren.
Vor allem für Anwender in Automobil- und Zulieferin- dustrie, Medizintechnik, Informations- technik und Haushaltsgeräteindustrie ist das ein echter Forschritt.
Weiss Umwelttechnik beschäftigt heu- te 1800 Mitarbeiter.
Die Schunk-Gruppe, zu der die Weiss Group gehört, deckt ein Produkt- und Leistungsspektrum von der Kohlenstofftechnik und Keramik über Umweltsimulations- und Klima- technik bis hin zur Sintermetalltech- nik und Ultraschallschweißtechnik ab.
Sie beschäftigt in mehr als 60 opera- tiven Gesellschaften in 26 Ländern rund 8.000 Mitarbeiter.
Für 2010 erwartet die Schunk-Gruppe einen konsolidierten Umsatz von rund 800 Millionen Euro.
Michael Stöcker /Umweltsimulationstechnik/ /Kennziffer Weiss Umwelttechnik, Reiskirchen, Tel.
06408/84-0, Fax 84-8710, www.weiss.info