
SCOPE: Herr Zierhut, Sie haben in einer für die Werkzeugma- schinenbranche extrem schwierigen Zeit das Ruder von Haas Europa übernommen, die Branche musste Umsatzrückgänge von 70 Prozent und mehr verzeichnen.
Welche Zahlen mussten Sie Ende letzten Jahres nach USA melden? Zierhut: Ja, es waren wirklich schwierige Zeiten.
Als ich Ma- naging Director wurde, war Haas fast auf dem Tiefpunkt.
Ich arbeite schon seit 26 Jahren für Haas und das war die schlimmste Krise, die ich je gesehen habe.
Aber ich hatte den Vorteil, dass Peter Hall eine gute Basis, gerade für Krisenzeiten, geschaffen hat.
Was wir tun müssen, ist die Zusammenarbeit mit unseren Distributoren noch enger zu gestalten.
Wir wollen sicherstellen, dass sie alles haben, was sie benötigen um möglichst viele Ver- käufe zu tätigen.
Das letzte Jahr war sehr hart, wir haben kein Umsatzplus erzielt.
Aber mit dem Aufschwung kann ich auf Peter Halls Maßnahmen gut aufbauen.
SCOPE: Konnten Sie denn trotz der Umsatzrückgänge neue Marktanteile hinzugewinnen? Zierhut: Wir gehen ge- stärkt aus der Krise her- vor.
Jeder kämpft in Kri- senzeiten hart um seine Marktanteile – aber Anteile zu gewinnen ist in solchen Zeiten kein erstrebenswer- tes Ziel.
Wenn man seine Marktanteile hält, hat man schon sehr viel geleistet.
Und das haben wir getan.
SCOPE: Haas vertreibt seine Maschinen nicht selbst, sondern über so genannte Haas Factory Outlets (HFO).
Hat sich diese Vertriebsform in der Zeit der Krise bewährt oder haben Sie einige Händler verloren? Zierhut: Nichts ist perfekt, aber wir denken, unser System ist im Vergleich zum Vertrieb anderer Unternehmen besser: Die Philosophie war von Anfang an, Experten vor Ort zu finden, die in dem Markt und der Region absolut zu Hause sind.
So haben wir in Nordbayern etwa Weman, in Südbayern Gefas, die kennen den Markt exzellent.
Diese Experten müssen im Markt bestehen, denn wenn sie keinen guten Job machen, sind sie weg.
Und wir tun alles, um sie bei ihrem Job zu unterstützen.
Denn nur so können wir eine stabile Qualität hinsichtlich des Verkaufs und des Services unserer Produkte gewährleisten.
Und das hat posi- tive Auswirkungen für unsere Kunden: Sie haben einen lokalen Ansprechpartner mit hohem Know-How.
In der Krise war es für die Haas Factory Outlets natürlich nicht einfach, manche hatten Umsatzeinbußen.
Aber auf Grund ihres Know-Hows und ihrer Flexibilität können sie schwierige Zeiten www.scope-online.de Dezember 2010 12 Wortwechsel hh Beliebt und kostengünstig seien die VM-Formenbaumaschinen von Haas.
Die hochbelastbare Baureihe wurde speziell für die Genauig- keit, Steifigkeit und thermische Stabilität ausgelegt, die in der Präzisionsbearbeitung unabdingbar sind.
Sie nutzt jetzt digitale Servomotoren der neuesten Generation sowie hochauflösende Messgeber, die kleiner, prä- ziser und zuverlässiger als die Vorgängermodelle sind.
Daneben besitzen die Maschinen einen neuen Bahn- steuerungsalgorithmus, der eine höhere Beschleunigung und gleichmäßigere Bewegungsabläufe während der Bearbeitungszyklen ermöglicht.
„In diesem Jahr sind mehr als 66 Prozent der Haas-Produkte entweder neu oder haben wichtige Veränderungen und Optimierungen erfahren“, betont Zierhut.
„Dazu zählen auch die beliebten und kostengünstigen VM-Formenbaumaschinen.“ In einem für die Branche extrem schwierigen Umfeld übernahm Peter Zierhut das Steuer bei der europäischen Niederlassung des Werkzeugmaschinenherstellers Haas.
Im Gespräch mit Chef- redakteur Hajo Stotz erläutert er unter anderem seine Ziele und warum Haas lieber in USA als in China produziert.
„Ohne „ Schnickschnack“ Schnickschnack “