
www.scope-online.de Dezember 2010 10 Das Porträt hh Die Klima-Macher Auf den Gebieten Umweltsimulations- und Klimatechnik hat der Name Weiss weltweit einen exzellenten Klang.
Mit innovativen Systemlösungen und strategischen Firmen- übernahmen hat sich die Unternehmensgruppe im Laufe ihrer Firmengeschichte den Rang eines Technologieführers erobert.
SCOPE-Redakteur Michael Stöcker rollt die Erfolgsstory der Weiss Group chronologisch auf.
Die Erstausgabe der Bild am Sonntag er- scheint, Borussia Dortmund jubelt zum ersten Mal als Deutscher Meister und der Bayerische Rundfunk strahlt erst- mals einen TV-Werbespot aus: Die junge BRD fiebert durchs Wirtschaftswunder.
Mittendrin, im Jahr 1956, gründet ein findiger Ingenieur namens Karl Weiss in Gießen sein gleichnamiges Unter- nehmen.
Es beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung elektro- physikalischer Messgeräte für den For- schungseinsatz und die aufblühende Industrie.
Bereits wenige Jahre später (1964) verlegt das dynamisch wachsende Unternehmen seinen Standort in das be- nachbarte Örtchen Lindenstruth.
Die Mitarbeiterzahl steigt auf 120 die Gerätepalette wird kontinuierlich erweitert.
Bald erstreckt sie sich von Prüfgeräten bis zur Umweltsimulations- technik.
1978 wird die mittlerweile in Weiss Technik GmbH umbenannte Firma eine Tochter der Schunk-Gruppe – einem mittelständischen, aber weltweit täti- gen Technologiekonzern.
1986 erfolgt die Neugliederung des Unternehmens in zwei Schwestergesellschaften: Die Weiss Klimatechnik GmbH, die Klimasysteme für Anlagen und Arbeitsplätze herstellt, und die Weiss Umwelttechnik GmbH, die Prüfschränke und -anlagen für Umweltsi- mulationen entwickelt.
Diese Aufteilung hat bis heute Bestand.
Die 1990er-Jahre der dynamischen Firmengeschichte sind geprägt von strategischen Akquisitionen.
So übernimmt man 1995 das Balinger Un- ternehmen Vötsch Industrietechnik und im Jahr darauf die französischen Firmen Secasi Technologies und Servathin.
Zwei Jahre später kommt die britische Design Environmental Ltd zur Weiss Group.
2004 erfolgen die Gründung der Weiss-Vötsch Environmental Testing Instruments in Taicang (China) sowie die Übernahme der Umweltsimulationssparte der britischen Sanyo Gallenkamp P.L.C..
Im Jahr darauf entschließt sich die Firmenleitung zum Kauf der französischen Firmen Climats S.A.
und Sapratin Technologies.
Nach einer kurzen Atempause übernimmt man 2008 das US-Unternehmen Envirotronics.
Heute besteht die Weiss Group als Busi- ness Unit Environmental Simulation der Schunk-Gruppe aus 16 Firmen.
Die Weiss Umwelttechnik GmbH gilt derzeit weltweit als einer der bedeutendsten Hersteller von Prüfgeräten und -anlagen für die Si- mulation von Umwelteinflüssen.
Anlagen des Unternehmens werden in Forschung, Produktion und Qualitätssicherung rund um den Globus für die Verbesserung vieler Produkte eingesetzt.
Mit ihrer Hilfe lassen sich Tests nach internationalen Indus- trienormen oder Kundenwünschen ziel- gerichtet und wiederholbar durchführen.
Sie erzeugen nahezu jeden gewünschten Umwelteinfluss, um Werkstoffe, Ober- flächen oder Produkte unter Stress zu setzen: Regen, Nebel, Eis, Schnee, Hoch- und Tieftemperaturen, Nässe, Luftdruck, Vibration, Licht, Staub, Salznebel und Schadgas – einzeln oder in Kombinati- on.
Je nach Branche und Anwendung stehen dabei verschiedene Aspekte auf Höhensimulationskammer von Weiss Umwelttechnik bei VW: Hier können fast alle auf der Erde vorkom- menden Klimaeinflüsse simuliert werden.