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Blockchain-LabErste Prototypen entwickelt

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Vor einem Jahr hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informations-technik FIT das Blockchain-Lab eröffnet. Die Kunden kommen aus allen Bereichen der Wirtschaft. Sie wollen wissen: Was ist dran an dem Hype um die neue Technologie? Und was bedeutet sie für mein Geschäftsfeld? Die Fraunhofer-Experten klären auf, identifizieren Anwendungsfälle und entwickeln Prototypen.

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Schutzkleidung im TextilserviceDie richtige Mischung

Die derzeitige Wirtschaftslage zwingt Unternehmen der produzierenden Industrie zu Einsparungen in allen Bereichen. Davon ausgenommen sein sollte freilich die Sicherheit der Mitarbeiter. Das gilt insbesondere für die umfassende Ausstattung der Mitarbeiter an gefährlichen Arbeitsplätzen mit entsprechender Schutzkleidung. Moderne Gewebe bieten hier ein hohes Sicherheitsniveau.

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Schutzkleidung im Textilservice: Die  richtige Mischung

„In der Zementherstellung erreichen wir heute derart hohe Temperaturen, dass bereits der Kontakt mit winzigen Materialmengen schwere Verbrennungen verursachen kann“, erklärt Norbert Voss, seines Zeichens Fachkraft für Arbeitssicherheit im nahe der Elbmündung gelegenen Zementwerk Lägerdorf der Holcim (Deutschland) Aktiengesellschaft in Schleswig-Holstein. Voss kennt die Gefahren beim Umgang mit dem heißen Rohmaterial, dem so genannten Heißmehl. Bei einigen Tätigkeiten müssen die Mitarbeiter daher komplett von Kopf bis Fuß mit einer Persönlichen Schutzausrüstung – Arbeitssicherheitsexperten sprechen hier meist nur noch kurz von PSA – eingekleidet sein.

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So weit so gut. Eine taugliche zu finden, erwies sich jedoch als recht schwierige Aufgabe. Unzufrieden mit der derzeit auf dem Markt erhältlichen Schutzkleidung, suchten die Verantwortlichen bei der traditionsreichen Holcim AG schließlich nach neuen Lösungen. Fündig wurde das Unternehmen bei Mewa Textil-Service. Gemeinsam mit den Produktentwicklern dieses international renommierten Textildienstleisters investierte man sogar in die Entwicklung einer innovativen Schutzkleidung.

Besonders erfreulich ist, dass der Fall Holcim kein seltenes Einzelbeispiel darstellt: Denn wenn es um die konsequente Vermeidung von Arbeitsunfällen mit Hilfe der richtigen Schutzkleidung geht, dann sind die Arbeitgeber in Deutschland stets bereit, gutes Geld in die Hand zu nehmen. Allerdings sind die Erwartungen der Einkäufer mitunter recht hoch: Gewünscht wird meist eine atmungsaktive Schutzkleidung aus eher leichtem Gewebe, die vor mehreren Arten von Gefährdungen gleichzeitig zu schützen vermag – und dabei auch noch möglichst gut und schick aussieht.

Ist so etwas überhaupt realisierbar? Wolfgang Quednau, Textilingenieur und Schutzbekleidungsexperte, meint ja: „Moderne Fasern und Gewebe ermöglichen die Konfektion bequemerer Schutzkleidung, die mehrere Schutzfunktionen erfüllt.“ Gerade bei der Hitze- und Flammschutzkleidung eröffnen sich dadurch inzwischen ganz neue Perspektiven.

Gewebemix statt Monofaser

Über viele Jahre bestimmten beispielsweise Monofasermärkte die Konfektion professioneller Schutzkleidung. Dann aber führte Mewa gemeinsam mit Gewebeherstellern intensive Versuche durch, bei denen verschiedene Fasern miteinander gemischt wurden. Daraus entstanden schließlich Gewebe, die überaus innovative Möglichkeiten bei der praxisnahen Gestaltung und Anpassung von professioneller Schutzkleidung zulassen. Grundsätzlich können diese Gewebe eine höhere Resistenz gegen Hitze und Flammen vorweisen. Außerdem bieten sie in der Regel vor mehreren Gefährdungen gleichzeitig Schutz – zum Beispiel gegenüber zahlreichen gesundheitsschädlichen Chemikalien. Und sie verfügen auch über antistatisch wirkende Eigenschaften.

Für Textilingenieure wie Wolfgang Quednau ist das jedoch erst der Beginn einer Entwicklung. Denn: „Die Fasermischungen erlauben es, die Schutzkleidung speziell auf ihren späteren Einsatzort hin zu entwickeln. Außerdem kann man sie bequemer gestalten.“

Nicht ins Schwitzen kommen

Völlig klar ist bei alledem immer: Die erforderliche Schutzfunktion sollte die Bequemlichkeit der Sicherheitskleidung so wenig wie irgendwie möglich einschränken. Erst unter dieser Voraussetzung nämlich wird sie für die Arbeitgeber und -nehmer wirklich attraktiv.

Das meint auch Silke Sturm, die die Leitung Versand und Arbeitsvorbereitung beim Zulieferunternehmen Sturm inne hat. Sie berichtet: „Unsere Mitarbeiter sind hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Wenn da die Schutzkleidung einengt und den Träger zusätzlich ins Schwitzen bringt, weil sie zu schwer, zu dick, zu steif oder zu eng ist, dann sind unsere Mitarbeiter unzufrieden.“
Im Jahr 2001 wurde das Familienunternehmen Sturm Metallbearbeitung, Daaden, von der Berufsgenossenschaft aufgefordert, ihre Mitarbeiter mit Hitze- und Flammschutzkleidung auszustatten. Aus Komfortgründen entschied man sich seinerzeit für das Produkt Twinstar Protect aus dem Hause Mewa. Dabei handelt es sich um eine hochwertige Hitze- und Flammschutzkleidung, die bei gleicher Schutzfunktion spürbar leichter und trageoptimierter ausfällt als die sonst marktübliche Kleidung.

Wer Schutzkleidung anschafft, der sollte deshalb bei seinen Ansprüchen keinerlei Abstriche machen. Das rät auch Wolfgang Quednau: „Ganz im Gegenteil! Er sollte genau prüfen, was möglich ist. Und das ist inzwischen hinsichtlich spezifischer Schutzfunktionen und individuellem Tragekomfort eine ganze Menge.“
Übrigens: Im Zementwerk der Holcim AG hat die maßgeschneiderte Heißmehl-Schutzkleidung ihre Feuerprobe längst bestanden – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Tests bewiesen: Die Gefahr, sich Verbrennungen zweiten Grades zuzuziehen, verringerte sich für den Träger in der neuen Schutzausrüstung auf bis zu 0,9 Prozent! Darüber hinaus ist die Kleidung unvergleichlich bequemer: Wenn es nämlich speziell um den Tragekomfort von Schutzausrüstung in der Zement-Herstellung geht, sprechen die Mitarbeiter normalerweise schnell von ‚Rüstungen’. Die neue Schutzkleidung ist aber deutlich weicher und leichter. ms

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