Scope Online - Industriemagazin für Produktion und Technik
Sie befinden sich hier:
Home> Automatisierung> Automatisierung + Steuerungstechnik>

VDMA zur WEF-Studie The Future of Jobs

Fraunhofer IPA auf der EMOFehler in verketteten Produktionsprozessen erkennen

Smarte Systemoptimierung

Von 18. bis 23. September präsentiert sich das Fraunhofer IPA auf der EMO in Hannover. Im Zentrum stehen die Potenziale von Big-Data-Analytics für die Fertigungsoptimierung und die Sägetechnologie. Gezeigt werden das Analysetool "Smarte Systemoptimierung" sowie Lösungen für das smarte Sägen.

…mehr

WEF-Studie "The Future of Jobs"VDMA teilt Befürchtungen nicht

Laut einer Studie des World Economic Forum werden bis 2020 unter dem Strich aufgrund rapider technologischer Fortschritte weltweit 5,1 Millionen Arbeitsplätze wegfallen. Der VDMA teilt die in der Studie beschriebenen düsteren Visionen nicht. Die Analyse stehe auf wackeligen Beinen.

„Große Automationswellen in den vergangenen Jahrzehnten haben weder zur Auslöschung von Berufen geführt noch die Beschäftigung insgesamt verringert. Steigende Produktivität führt zu mehr Wohlstand und damit zu einer erhöhten Nachfrage nach Arbeitskräften, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. 

Hohe Roboterdichte und Beschäftigungsrekord in Deutschland

Laut der WEF-Studie werden unter dem Strich aufgrund rapider technologischer Fortschritte weltweit 5,1 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, lautet der Schluss der Autoren. Deutschland ist jedoch ein Gegenbeispiel für diese These: Die deutsche Volkswirtschaft besitzt die dritthöchste Roboterdichte der Welt und hat dennoch einen neuen Beschäftigungsrekord aufgestellt. Exponentiell wachsende Prozessorleistungen und Fortschritte in der künstlichen Intelligenz werden diesen Zusammenhang nicht beenden. Professor David Autor, Arbeitsmarktforscher am MIT, kommt zum Schluss, dass Substitutionseffekte von Experten regelmäßig überbewertet, komplementäre Effekte hingegen unterbewertet werden (Zitat Prof. Autor: „Journalists and even expert commentators tend to overstate the extent of machine substitution for human labor and ignore the strong complementarities between automation and labor“).  Weiter sagt er: „Menschen können durch Computer ersetzt werden, wenn es um Routineaufgaben geht, die sich in Programmiercode beschreiben lassen. Gleichzeitig verstärkt sich der komparative Vorteil der Arbeiter und Angestellten, die Problemlösungskompetenz, Anpassungsfähigkeit und Kreativität zu bieten haben.“

Anzeige

Neue Automatisierungsansätze der Industrie 4.0 setzen auf die Kombination spezifisch menschlicher und maschineller Stärken. Deutlich wird dies im Trend der Mensch-Roboter-Kollaboration, bei der beide Partner Hand in Hand arbeiten. Während der Roboter schwere Teile hält und präzise positioniert, konzentriert sich der Mensch auf Aufgaben, die besonderes Geschick, Feingefühl und Flexibilität erfordern. Menschliche Arbeit wird dabei nicht ersetzt, sondern unterstützt.

Nicht Berufe werden automatisiert, sondern Tätigkeiten

Zahlreiche Analysen beschäftigen sich mit der Substituierbarkeit von Berufen durch Automatisierung und Computerisierung. So geben Osborne und Frey in ihrer viel zitierten Studie die Automatisierungswahrscheinlichkeit von Hunderten von Berufen an. Genau genommen werden allerdings nicht Berufe automatisiert, sondern Tätigkeiten. Die meisten Berufe enthalten somit automatisierbare und nicht automatisierbare Anteile. Durch die fortschreitende Automatisierung entfallen diese Berufe in der Regel nicht; sie verändern sich. Automatisierungstechnik übernimmt Routinetätigkeiten und macht den Menschen produktiver.

Sowohl das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) als auch das Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit haben ihre Analysen richtigerweise auf die Automatisierbarkeit von Tätigkeiten aufgestellt und kommen zum Schluss, dass lediglich 9 -15 Prozent der Berufe hauptsächlich hoch automatisierbare Tätigkeiten umfassen. Neu entstehende Berufe und Tätigkeiten können dies auf dem Arbeitsmarkt kompensieren.

Automatisierung muss sich rechnen

Eine reine Betrachtung der potentiellen Automatisierbarkeit von Tätigkeiten bleibt theoretisch. „Unternehmen werden Automatisierung nur dort einführen, wo sie wirtschaftlich ist“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Brodtmann. In vielen Fällen bleibe der Mensch die bessere Wahl.

Analyse auf wackeligen Beinen

Die Studie “The Future of Jobs” des World Economic Forum bezieht ihre Erkenntnisse aus der Befragung von Personalleitern von global aufgestellten Unternehmen in neun Industriesektoren in 15 Ländern, beziehungsweise Wirtschaftsgemeinschaften. Diese Datenbasis liefert wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich der sich schnell ändernden Qualifikations- und Ausbildungsbedarfe. Eine präzise quantitative Aussage über weltweite Netto-Beschäftigungseffekte kann aus den Einschätzungen der Befragten nicht getroffen werden.

Wissenschaft und Politik haben erkannt, dass es weniger um das schon oft ausgerufene „Ende der Arbeit“ geht, sondern darum, die Beschäftigten für die neuen Aufgaben und neu entstehenden Berufe fit zu machen.

Anzeige

Weitere Beiträge zum Thema

Lothar Horn

PräzisionswerkzeugeVDMA-Fachverband freut sich über leichtes Plus

„Die Präzisionswerkzeuge-Industrie konnte ihre Produktion im Jahr 2016 insgesamt um 3 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro steigern“, sagte Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA anlässlich der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Ähnlich sehen die Erwartungen für das laufende Jahr aus.

…mehr
Gasturbine

Konjunkturumfrage 4. Quartal 2016Ostdeutsche Maschinenbauer erwarten gute Geschäfte

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau schaut auf ein versöhnliches Jahresende 2016. Wichtige Indikatoren zeigten im vierten Quartal deutlich nach oben.

…mehr
Top-10-Investitionsbereiche

IT-Report 2016Maschinenbau treibt Digitalisierung voran

Der VDMA IT-Report 2016 für den Maschinen- und Anlagenbau gibt einen aktuellen Einblick in die Investitionsvorhaben sowie die Beurteilung der IT-Trendthemen. Insgesamt haben 100 Unternehmen aus der Branche an der im Sommer durchgeführten Erhebung teilgenommen und zeigen, dass im Zusammenhang mit dem allgemeinen Digitalisierungswunsch besonders die Bedeutung der Trendthemen noch einmal deutlich angestiegen ist.

…mehr
Umsatzentwicklung Bildverarbeitungsindustrie

Industrielle Bildverarbeitung"Sehende Maschinen" verzeichnen Rekordumsatz

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie hat 2015 einen Rekordumsatz von 2 Milliarden Euro erzielt – ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb von zehn Jahren hat sich damit der Umsatz der Branche verdoppelt.

…mehr
Ausbildung zum Mechatroniker

VDMA-Gehaltsstudie 2016Höchste Vergütungen werden in Baden-Württemberg gezahlt

Die Maschinenbauer in Deutschland brauchen hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das wirkt sich auch auf die Vergütung aus. Nicht das Alter ist maßgeblich für die Gehaltshöhe im Maschinenbau, sondern die Qualifikation, heißt es in einer aktuellen VDMA-Studie.

…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen

Anzeige

Direkt zu:


ExtraSCOPE


TrendSCOPE


Robotik in der industriellen Fertigung